Berlin - Torsten Ziegner, Uwe Koschinat, Torsten Lieberknecht, Alois Schwartz oder doch ein ganz anderer Kandidat? Nach dem Rücktritt von Thomas Hoßmang als Cheftrainer beim 1. FC Magdeburg werden im Umfeld des abstiegsbedrohten Fußball-Drittligisten viele Namen als potenzielle Nachfolger gehandelt. Doch egal, auf wen am Ende die Wahl fällt: Der neue Coach übernimmt eine heikle Aufgabe.

Der FCM steht nach 22 Spielen mit 21 Punkten und nur 19 geschossenen Toren auf dem vorletzten Tabellenplatz. Einer, der dem Traditionsklub von der Elbe den Klassenverbleib dennoch zutraut, ist ausgerechnet Torsten Ziegner. Der 43 Jahre alte Fußball-Lehrer, der bis Februar 2020 als Trainer beim Rivalen Hallescher FC arbeitete und derzeit vereinslos ist, sagte am vergangenen Samstag der Bild-Zeitung: „Bei Magdeburg denke ich patriotisch und hoffe, dass sie die Klasse halten. Das Potenzial dazu hat der FCM, dazu ist es im Abstiegskampf knackig eng.“

Ziegner kennt die dritte Liga und hat zudem beim FSV Zwickau bewiesen, dass er Mannschaften vor dem Abstieg retten kann. Der Fußball-Lehrer steht beim HFC offiziell zwar noch bis zum 30. Juni unter Vertrag, doch der Antrieb, „so schnell wie möglich“ wieder eine Mannschaft zu trainieren, ist bei ihm nach eigener Aussage groß. „Es hat in letzter Zeit viele Gespräche gegeben. Aber ich werde kein Traineramt auf Biegen und Brechen annehmen“, erklärte Ziegner. „Es soll nicht überheblich klingen, aber ich bin ein Typ, der seine ganze Kraft und seine Emotionen immer voll in die Sache legt. Deshalb müssen auch die Ambitionen des Vereins mit meinen Vorstellungen übereinstimmen.“

Beim FCM klafften Anspruch und Wirklichkeit in den vergangen Jahren dagegen oft weit auseinander. Nachdem sich der Verein im November 2018 von Jens Härtel getrennt hatte, war der sportliche Abwärtstrend nicht mehr aufzuhalten. Michael Oenning, Stefan Krämer, Claus-Dieter Wollitz oder zuletzt Hoßmang: Der bis November letzten Jahres in Personalunion als Geschäftsführer und Sportdirektor fungierende Mario Kallnik hatte wenig Erfolg bei seinen Trainer-Entscheidungen.

Der neue Sportchef Otmar Schork, der angekündigt hatte, die vakante Trainerposition „schnellstmöglich neu zu besetzen“, braucht definitiv mehr Glück und Geschick, um den FCM sportlich vor dem Absturz in die Regionalliga zu retten. Aus seiner Zeit beim SV Sandhausen kennt Schork unter anderem Uwe Koschinat und Alois Schwartz, die neben Ziegner im FCM-Umfeld gehandelt werden und derzeit auch vereinslos sind. Das trifft genauso auf den ehemaligen Duisburg-Trainer Torsten Lieberknecht zu, dessen Name von der Mitteldeutschen Zeitung am Mittwoch ins Spiel gebracht wurde.

Bis der Hoßmang-Nachfolger feststeht, sollen interimsweise die Co-Trainer Matthias Mincu und Silvio Bankert das Training und die weitere Vorbereitung auf den nächsten Drittliga-Einsatz am kommenden Montag bei Türkgücü München, das sich am Dienstag ebenfalls von seinem Trainer Alexander Schmidt trennte, leiten.