Berlin - Der Rasen, auf dem sonst Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin seine Heimspiele austrägt, wurde zur inklusiven Tanzbühne. Knapp 4000 Teilnehmer der Special Olympics sowie rund 7000 Besucher feierten im Stadion An der Alten Försterei die Eröffnung der Spiele der geistig und mehrfach Beeinträchtigten. Die inklusiven Bands „Mendecino“ und „Rockantrieb“ sorgten mit ihren Liedern für ausgelassene Stimmung bei den Teilnehmern der Spiele, die bis zum kommenden Freitag an verschiedenen Orten in der Hauptstadt stattfinden. „Genießt die Spiele, jeder von Euch ist ein Gewinner“, sagte Berlins Innensenatorin Iris Spranger, die die nationalen Special Olympics eröffnete: „Habt Spaß. Ihr seid toll.“

Zur Stimmung musste die Senatorin nichts beisteuern, das hatten die Aktiven in den knapp zwei Stunden vor den Grußworten schon selbst in die Hände und Füße genommen. Viele tanzten auf dem Rasen und bildeten lange Polonaisen. „Die Spiele sollen den Gedanken der Freude und der Inklusion in das ganze Land tragen“, sagte Christiane Krajewski, Präsidentin der Special Olympics Deutschland, „wir werden den Gedanken der Inklusion weiterentwickeln.“

Nach den nationalen Spielen finden im kommenden Jahr die World Games ebenfalls in Berlin statt. Mit über 7000 Aktiven aus 190 Ländern sowie rund 20.000 Volunteers wird das internationale Event im Juni 2023 eines der größten Sportereignisse in Deutschland seit den Olympischen Spielen 1972 in München sein. In den kommenden fünf Tagen können sich die deutschen Teilnehmer für die World Games qualifizieren.

Neben der offiziellen Eröffnung gab Spranger gemeinsam mit Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern und für Heimat, sowie Athletensprecher Mark Solomeyer und Krajewski einen Ausblick auf die nationalen Spiele, deren Ziel es auch ist, dass Inklusion in den Alltag einzieht und als selbstverständlich betrachtet wird. „Ich wünsche mir, dass wir in den Vereinen ernst genommen werden“, sagte Solomeyer und bemühte das Motto der Spiele: „Wir sind zusammen unschlagbar.“

Wie stark der Zusammenhalt trägt, zeigte die Berliner Band MiA, die nicht nur das eigene Herz in ihrem Lied „Tanz der Moleküle“ zum Tanzen brachte, sondern so ziemlich alle Aktiven, die den Rasen arg strapazierten. Der folgende Show-Act mit inklusiven Artistengruppen der Behindertenwerkstätten „Elster Werke“ aus Herzberg erzeugte Gänsehautstimmung. Die Künstlergruppe „Remue Menage“ aus Frankreich zog dazu riesengroße beleuchtete Bären über das Feld mit einer ebenso großen Skulptur des Brandenburger Tores. Für die Athleten ein weiterer Fingerzeig: Am Mittwoch findet die traditionelle Athletendisco der Special Olympics vor dem Wahrzeichen statt. Dann können die Aktiven wieder gemeinsam Gänsehautmomente erleben.