Berlin - Die deutschen Zweierbob-Piloten sind wieder in der Goldspur. Fahnenträger Francesco Friedrich und Johannes Lochner liefern sich im Sliding Centre Yanqing nach zwei von vier Läufen ein Duell um den Olympiasieg. Selbst ein deutscher Dreifach-Erfolg scheint möglich: Christoph Hafer ist auf Platz vier nur fünf Hundertstelsekunden vom Bronze-Rang entfernt.

Friedrich legte mit Anschieber Thorsten Margis am Montag zwei Startrekorde hin und holte sich im ersten Lauf in 59,02 Sekunden auch den Bahnrekord. Dem Doppel-Olympiasieger von Pyeongchang unterliefen im zweiten Lauf aber kleine Fehler, vor den beiden entscheidenden Fahrten am Dienstag (13.15 Uhr/14.50 Uhr) hat der Perfektionist vom BSC Sachsen Oberbärenburg daher nur 0,15 Sekunden Vorsprung auf Lochner.

„Uns ist eine gute Fahrt im ersten Lauf gelungen, und ich habe gehofft, im zweiten Lauf komme ich noch mal so durch. Das ist uns leider nicht gelungen“, sagte der 31 Jahre alte Friedrich und betonte: „Das gilt es morgen auszumerzen.“ Vom Druck als Fahnenträger wollte er nichts wissen: „Das hat damit nichts zu tun, der Fahnenträger war schon vor einer Woche abgeschlossen gewesen. Jetzt gilt der Fokus nur dem Rennen.“

Der für Stuttgart startende Berchtesgadener Lochner leistete sich mit Anschieber Florian Bauer im ersten Durchgang minimale Patzer in der 1615 Meter langen Bahn, konterte dann aber im zweiten Lauf mit der Bestzeit von 59,27 Sekunden und war fast genauso schnell wie zuvor. Friedrich benötigte dagegen 59,36 Sekunden, obwohl er mit Margis den Startrekord auf 4,94 Sekunden schraubte.

Lochner will am Dienstag attackieren. „Der zweite Lauf hat gezeigt, dass wir mithalten können. Wir wollen natürlich angreifen und den Franz ein bissel ärgern“, sagte er. Angesichts der selektiven Bahn warnte der WM-Zweite im kleinen Schlitten aber auch davor, dass Patzer noch die erhoffte Medaille kosten könnten: „Von Platz eins bis fünf ist alles möglich. Wir müssen schauen, dass uns zwei perfekte Läufe gelingen.“ Dritter ist mit schon 0,94 Sekunden Rückstand der Russe Rostislaw Gaitjukewitsch vor Christoph Hafer vom BC Bad Feilnbach, der mit Matthias Sommer solide Fahrten zeigte und knapp dahinter liegt.

Zuvor war am Montag die deutsche Siegesserie im olympischen Eiskanal von Yanqing gerissen. Bei der Olympia-Premiere im Monobob kam die Winterbergerin Laura Nolte auf Rang vier. Die Berlinerin Mariama Jamanka, die bei der Generalprobe noch Europameisterin wurde, fuhr in dem neuen Wettbewerb auf Rang 13. Zuvor hatten sowohl die deutschen Rodler als auch die Skeleton-Piloten alle ihre Wettbewerbe und neben sechs Goldmedaillen noch dreimal Silber gewonnen. Erste Monobob-Olympiasiegerin wurde die gebürtige Kanadierin Weltmeisterin Kaillie Humphries aus den USA.