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Alba_Berlin

Bittere Niederlage: Bei Alba sitzt der Pokalfrust tief

Geschlagen

Joshiko Saibou (l.) und Niels Giffey hatten keinen schönen Sonntagabend.

Foto:

imago/Jan Huebner

Bamberg -

Als der Mannschaftsbus von Alba Berlin um kurz nach 20 Uhr auf Höhe der Raststätte Münchberg an der A9 schon etwas Distanz zur Endspielstätte in Bamberg geschaffen hatte, da war die bisherige Titelsammlung am Heck genau zu lesen. Die Zahl neun für die Pokaltriumphe hätte ein letztes Mal zu sehen sein können, wenn das Endspiel gegen Brose Bamberg nicht diesen schmerzlichen Ausgang genommen hätte. Alba hatte beim 82:83 aber einen Rebound zu viel abgegeben, einen Dreier zu viel kassiert und eben einen Wurf zu wenig getroffen.

Das bleibt hängen, wenn man das Pokalendspiel auf die Schlussphase reduziert. Den Spielern war der Frust entsprechend anzusehen, die Blicke versprühten Leere. Marco Baldi hat schon mehrere solcher Momente erlebt, doch auch er konnte „nach einem Finale, das man mit einem Punkt verloren hat, nicht sagen, dass alles super ist. Und es ist auch nicht alles super. Jetzt tut es weh“, sagte der Geschäftsführer. 

Viele verlorene Finals

Pokalendspiel 2018 – verloren; entscheidendes Spiel um die Meisterschaft 2018 – verloren; Pokalendspiel 2019 – verloren. Eine ähnliche Serie legten die Fußballer von Bayer 04 Leverkusen in der Saison 2001/02 hin, als sie im Pokal, in der Champions League und der Meisterschaft den zweiten Platz belegten. Vizekusen war geboren. Alba Berlin hat einen solchen Spottnamen noch nicht erhalten. Das junge Team von Trainer Aito Garcia Reneses gilt als höchst talentiert und lässt viel hoffen für die Zukunft. „Unsere Entwicklung über die letzten zwei Jahre ist überragend, wenn man alle Kriterien betrachtet. Aber das Salz in der Suppe sind Titel“, sagt Baldi.

Die Art und Weise, wie Alba Berlin wieder einmal als Verlierer von einem Baketballfeld schlich und wieder einmal nur zuschauen konnte, wie der Gegner den Pokal in die Höhe streckte und die Spieler untereinander Bierduschen verteiltem, dürften nicht nur Nadelstiche in das blau-gelbe Alba-Herz, sondern glühende Dolchspitzen gewesen sein. Aber: „Unsere Mannschaft ist eine besondere, was Geschlossenheit und Willen anbelangt. Es ist eine junge Mannschaft, die viel zu lernen hat. Aber auch das gehört zu einer Sportlerkarriere, dass man damit umzugehen lernt und es als Antrieb nimmt und für das nächste Finale weiß, dass es auf jede Aktion, auf jeden Ballbesitz und auf jede Hundertstelsekunde ankommt“, sagte Baldi.

Lehren ziehen

Der Pokal war die vermeintlich einfachste Chance auf einen Titel, die Spiele um den Eurocup und die Deutsche Meisterschaft dürften ungleich schwerer werden. Es gilt die richtigen Lehren aus dem Spiel in Bamberg zu ziehen. Dann gibt es für die Spieler auch mal Gold statt Silber und für den Mannschaftsbus eine neue Zahl.