Neuer Inhalt
Alba_Berlin

Eurocup-Finale: Albas Basketballer verlieren das entscheidende Spiel in Valencia

Alba gegen Valencia

Die orangefarbene Wand: Albas Martin Hermannsson wird von Valencias Antoine Diot abgeschirmt.

Foto:

Imago Images/Agencia Efe

Valencia -

Aíto García Reneses lächelte tapfer, als er seine Runde auf dem Parkett drehte, Hände schüttelte, sich bei den Schiedsrichtern dieser dritten Finalpartie um den Eurocup gegen Valencia BC bedankte. Es war ein professionelles Lächeln des Trainers von Alba Berlin, denn die 89:63-Niederlage hatte das 1:2 in der Serie Best-of-three, damit auch das Scheitern in der zweiten kontinentalen Meisterschaft zur Folge.

Doch was hieß hier scheitern? Die Berliner Basketballer waren immerhin so weit gekommen, hatten das Entscheidungsspiel erzwungen. Valencias Trainer Jaume Ponsarnau äußerte seinen Respekt vor dem Gegner und insbesondere vor seinem Kollegen, dem 72 Jahre alten Spanier in Albas Diensten. Die Fans der Gastgeber in der Basketball-Arena von Valencia skandierten: „Alba, Alba, Alba!“

Giffey mit dem Trostpreis

Albas Kapitän Niels Giffey nahm den Trostpreis für den zweitplatzierten Klub entgegen, eine silberners Tablett mit Gravur, auch er mit einem tapferen Lächeln. Es hatte sich für ihn und sein Team allerdings abgezeichnet, dass es an diesem Montagabend so kommen würde.

Knapp zwei Minuten vor dem Ende des dritten Viertels war es laut geworden. Richtig laut. Die fast 8 000 Fans von Valencia Basket erhoben sich von ihren Sitzen und huldigten ihrer Mannschaft. Die lag schon zu diesem Zeitpunkt komfortabel 62:41 in Führung. Dass die Trophäe, die zu Beginn des Spiels noch im Mittelkreis der Halle zwischen beiden Teams gestanden hatte, hier bleiben würde, schien unausweichlich zu sein.

Diese Deutlichkeit war so nicht zu erwarten gewesen. Noch vor dem Spiel wirkten Albas Profis hoch konzentriert. Als Letzter, der Rest des Teams war schon wieder in der Kabine verschwunden, stand Luke Sikma noch auf dem Parkett. Korbleger mit links, Korbleger mit rechts – gemeinsam mit Individualtrainer Carlos Frades, nahm Sikma 45 Minuten vor Spielbeginn an alter Wirkungsstätte noch einmal letzte Würfe. Während der Flügelspieler nach seiner inneren Ruhe zu suchen schien, hatten sich die mitgereisten Alba-Fans gerade vor Eingang Nummer drei der Endspielstätte in Valencia warm gesungen, um kurz darauf den ihnen zugeteilten Block 218 einzunehmen.

Gute Verteidigung

Sie sahen einen Lauf ihres Teams; das 11:0 war so etwas wie der perfekte Start für die Berliner. Gute Verteidigung mit zwei Blocks von Dennis Clifford und gutem Reboundverhalten waren die Basis für Abschlüsse durch Fastbreaks. Die Berliner Fans quittierten das mit Defense-Rufen.

In der Offensive rundete ein erfolgreicher Dreier von Peyton Siva den perfekten Auftakt ab. Damit hatten Teile der spanischen Fans noch ihre aufblasbaren Klatschinstrumente zum Platzen gebracht, sollte hier etwa ihr Titeltraum zerplatzen?

Nach 3:49 Minuten wurden sie durch den ersten Korberfolg ihrer Mannschaft in diesem dritten Endspiel erlöst. Für Valencia war es so etwas wie der verspätete Startschuss in die Partie. Nach und nach fanden sie Lösungen gegen die Alba-Verteidigung und trafen auch ihre Distanzwürfe. Gerade das zelebrieren die Spanier ganz besonders. Bei jedem Dreier leuchteten die Worte 3Pointer sowie Triple auf dem Videowürfel auf, und der Spieler, der den Wurf verwandelte, machte eine lustige Bewegung.

Matt Thomas als Revolverheld

Besonders den Revolverhelden Matt Thomas wollten diejenigen, die es an diesem Abend mit Alba Berlin hielten, nicht so oft sehen. Wie bereits in Spiel eins an gleicher Spielstätte lief der US-Amerikaner aber so richtig heiß. Vier seiner fünf Dreierversuche verwandelte er in Halbzeit eins. Die Berliner Führung war bis zur ersten Viertelpause auf 17:18 geschrumpft, Matt Thomas brachte Valencia mit einem Dreier zum 20:18 kurz nach dem Start des zweiten Viertels erstmals in Führung.

Alba glich noch einmal zum 20:20 aus, lag allerdings in der 15. Minute mit 20:30 hinten. Marco Baldi hatte nach dem Sieg im zweiten Spiel der Serie gehofft, dass seine Mannschaft in die Köpfe der Spanier kommt. Es sollte allerdings umgedreht laufen.

Siva findet den Groove

Mit dem Großteil der Fans im ausverkauften Pabellon Fuente de San Luis hatte Valencia den richtigen Groove gefunden. Bei den Berlinern war das lediglich Peyton Siva (13 Punkte) und Rokas Giedraitis (10) in der ersten Hälfte gelungen. Die Leistungsträger Niels Giffey, Luke Sikma und Center Landry Nnoko waren dagegen ohne Punkt geblieben.

Der 33:46-Rückstand zur Halbzeitpause war deutlich und konnte auch nach dem Seitenwechsel nicht verringert werden. Valencia Basket hatte die Berliner weiterhin voll im Griff. Für die Nerven des einen oder anderen Alba-Spielers galt das nicht. Luke Sikma blieb auch in der zweiten Halbzeit ohne Punkt. Sein Ausfall sowie der von  Leistungsträger Niels Giffey (zwei Punkte) war an diesem Abend, in diesem dritten Finale, nicht zu kompensieren. Mit hängenden Köpfen trotteten die Berliner am Ende in ihre Kabine. Draußen auf dem Parkett feierten die Fans. Sie feierten ihr Team.