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Alba_Berlin

Spencer Butterfield: Seine Rückkehr zu alter Form ist essentiell

Im Rhythmus: Spencer Butterfield darf ein Gegner nie aus den Augen lassen.

Im Rhythmus: Spencer Butterfield darf ein Gegner nie aus den Augen lassen.

Foto:

Matthias Koch

Gibt man den Namen von Alba Berlins Flügelspieler Spencer Butterfield bei YouTube ein, klingt schon das erste angezeigte Video vielversprechend. „Spencer Butterfield lights it up for new FIBA Europe Cup three-point record“, verspricht es gleich einen Dreipunkte-Rekord.

Ein Klick später steigt Butterfield im Sekundentakt zum Wurf hoch. Damals noch im Trikot des französischen Klubs Nanterre gegen Usak, klappt er sein Handgelenk immer wieder bilderbuchmäßig ab und sieht anschließend zu, wie der Ball ein ums andere Mal blitzsauber durch den Ring rauscht. Insgesamt elfmal in einem einzigen Spiel. Eine beeindruckende Leistung, die Butterfields Ruf als Scharfschütze international zementierte.

Seit dem vergangenen Sommer erfreut sich auch Alba an der ungemein sauberen Wurftechnik Butterfields. Trotz einiger Verletzungsprobleme gehört der US-Amerikaner zu den diesjährigen Leistungsträgern bei den Berlinern. Auch im Heimspiel Mittwoch Abend gegen Oldenburg (18.45 Uhr) zählen sie auf den vielleicht besten und gefährlichsten Wurf der Bundesliga mitsamt dessen Begleiterscheinungen.

„Meine Rolle ist es, immer in der Lage zu sein, Würfe zu treffen.“

Zweimal war Spencer Butterfield in dieser Saison bereits verletzt. Direkt zu Saisonbeginn und kürzlich über den Jahreswechsel. „Fünf Wochen ohne Springen und Laufen“, erinnert sich der Guard an seine jüngste, durch Fußbeschwerden bedingte Zwangspause: „Da bleibt nicht viel, was man tun kann.“ Umso erstaunlicher ist es, dass Butterfield nach seiner Pause kaum Anlaufzeit gebraucht hat. Vier Spiele hat er seither absolviert. Elf Punkte erzielte er dabei im Schnitt. „Ich fühle mich gut und habe meinen Rhythmus schnell wiedergefunden.“

Der Zeitpunkt könnte besser nicht sein. Center Bogdan Radosavljevic fehlt Alba derzeit wegen einer Schulterverletzung. Dazu ist Dennis Clifford, Berlins zweiter Innenspieler, angeschlagen. Zwangsläufig lastet also mehr Verantwortung auf den Schultern der anderen Akteure. Insbesondere auf jenen der Außenspieler. Ein Indiz hierfür sind die 38 Dreier, welche Alba am Sonnabend beim Auswärtssieg in Jena versuchte. Butterfield nahm sechs von ihnen und traf vier. „Das ist mein Job“, sagt er. „Meine Rolle ist es, immer in der Lage zu sein, Würfe zu treffen.“

Die Wahl des eigenen Gifts

Butterfield füllt diese Rolle perfekt aus. Fast fünf Dreier wirft er pro Spiel in der Bundesliga. Starke 45 Prozent von ihnen trifft er im Durchschnitt. Hinzukommen überragende 96 Prozent von der Freiwurflinie. In anderen Worten: Wenn Butterfield frei ist, dann trifft er. Von Vorteil ist dabei, dass der Scharfschütze es exzellent versteht, seine Gegenspieler abzuschütteln. Über einen Block nach dem nächsten jagt er sie, um den einen Meter Abstand zu herzustellen, der ausreicht, um einen sauberen Wurf loszuwerden.

Für Alba jedenfalls ist Butterfield ungemein wertvoll. Weil er seine Dreier trifft und dadurch gleichzeitig auch seinen Mitspielern Freiräume verschafft. Zieht einer der restlichen Alba-Akteure zum Korb, werden Butterfields Verteidiger regelmäßig vor eine schwere Entscheidung gestellt. Entweder bleiben sie bei Butterfield und verzichten darauf, beim Verteidigen des Zuges zum Korb zu helfen. Oder sie helfen und lassen Butterfield alleine an der Dreierlinie stehen. „Pick your poison“, sagt der Basketballer – das eigene Gift selbst auswählen.

„Er weiß, wie man als Team spielt, und hilft uns damit sehr.“

Außerdem ist Butterfield ein guter Rebounder (3,7 im Schnitt) und besitzt ein gutes Spielverständnis. „Er ist vielleicht nicht der Schnellste, aber dafür versteht er Basketball“, sagt Alba-Trainer Aito Garcia Reneses: „Er weiß, wie man als Team spielt, und hilft uns damit sehr.“

Auch im Duell mit Oldenburg wird eine geschlossene Teamleistung unerlässlich sein. Ein Sieg wäre dabei nicht nur im Kampf um eine gute Play-off-Platzierung wertvoll, sondern auch eine gelungene Generalprobe für das Pokal-Top4 in Ulm am Wochenende. Und auch wenn man von Spencer Butterfield wohl kaum elf Dreier erwarten kann, darf es der eine oder andere schon sein.