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EHC-Saisonvorbereitung: Warum es im Eisbären-Training jetzt öfter kracht

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Marcel Noebels nach dem Eisbärentraining im Wellblechpalast.

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City-Press GmbH

Eine gewisse Ratlosigkeit war am Dienstag in vielen Gesichtern der Berliner Eishockeyprofis zu erkennen. Was weniger mit dem überraschend verlorenen Testspiel in Weißwasser (4:5 nach Penaltyschießen) am Sonntag zu tun hatte. Eisbären-Trainer Serge Aubin hatte hinterher ja auch beinahe entschuldigend gesagt: „Wir sind noch dabei, unsere Basis als Team zu bauen. Wir gehen am Dienstag wieder an die Arbeit, um Korrekturen und Anpassungen zu machen, um als Team zu wachsen.“ Offensichtlich waren nicht wenige Spieler überfordert mit dem, was der Trainerstab mit ihnen taktisch so vorhat.

Niederlage gegen Weißwasser

Marcel Noebels bestätigte diesen Eindruck. „Wir haben 25 Spieler, die ein komplett neues System lernen müssen, da ist jeder noch einen Schritt zu langsam, weil man das Erlernte richtig machen will und darüber nachdenkt.“ Für ihn liegt darin auch der Grund für die erste Berliner Niederlage gegen Weißwasser seit 26 Jahren. „Alles Neue sofort aufs Eis zu bekommen, ist nicht möglich. Wir waren oft zu spät dran und haben auch noch nicht das gewünschte Zweikampfverhalten gezeigt.“

Im Training wollten sie es besser machen. Zwei Stunden lang beharkten sich Noebels & Co., immer wieder krachten die Körper ordentlich aufeinander. Für den Nationalspieler besteht hier auch der größte Handlungsbedarf im Vergleich zur Vorsaison, die nach schwacher Hauptrunde im Play-off-Viertelfinale gegen München endete.

„Klar sind wir Teamkameraden und spielen mit dem gleichen Trikot. Wichtig ist aber auch, dass wir schon im Training zeigen, was wir im Spiel umsetzen wollen. Es sollte schon unser Anspruch sein, auch im Training jeden Zweikampf zu gewinnen.“ Um in diesem Jahr das ausgewiesene Ziel zu erreichen, sich direkt für die Play-offs zu qualifizieren, brauche es mehr Aggressivität, mehr Willen − worauf das Trainerteam eben auch Wert legt. Noebels sagt: „Es ist einfach wichtig, dass wir um 19.30 Uhr, wenn man bereit sein muss in jeden Zweikampf zu gehen, als gäbe es kein morgen mehr, voll da sind.“

Misstöne im Team

Nicht zuletzt kann ein Team nur erfolgreich sein, wenn neben Taktik und Einstellung auch das Zwischenmenschliche stimmt. Auch hier gab es vergangene Saison Misstöne. Die anstehende Exkursion mit zwei Spielen beim Dolomiten-Cup in Südtirol, einer Woche Trainingslager in Berchtesgaden sowie Tests im tschechischen Hradec Kralove sollen neben sportlichen Erkenntnissen den Zusammenhalt stärken. Noebels sagt: „Wenn hier Feierabend ist, geht jeder nach Hause und macht sein eigenes Ding. Im Trainingslager ist man mehr zusammen und redet auch mal über die Dinge, über die man sonst nicht spricht.“ Die eine oder andere Ratlosigkeit im Umgang miteinander sollte danach ausgeräumt sein.