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Umbruch bei den Eisbären: Neun Spieler müssen den Verein verlassen

Micki weg

Micki DuPont muss sich auch neu orientieren.

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Entspannt sollte die Atmosphäre sein, in der das Führungstrio der Eisbären die vergangene Saison beenden wollte. In eines der zahlreichen Restaurants, die das Viertel rund um die Arena jetzt prägen, wurde geladen. Die braune Ledercouch, auf der Geschäftsführer Peter John Lee, Sportdirektor Stéphane Richer und Stefan Ustorf, Leiter für Spielerentwicklung, fläzten, passte nicht so recht zu den schwerwiegenden Entscheidungen, die es zu verkünden gab: Neun Spieler erhalten keinen Vertrag mehr für nächste Saison.

Dass Jens Baxmann (Iserlohn) und Maximilian Adam (Wolfsburg) nicht mehr für die Berliner spielen werden, hatte der Verein in den letzten Tagen bereits verkündet. Dass sich alle drei ausländischen Verteidiger neu orientieren muss, war zumindest im Fall von Micki DuPont nicht zu erwarten gewesen. Der Kanadier bestritt immerhin alle Spiele in dieser Saison, brachte es durchschnittlich auf die meiste Eiszeit in der Hauptrunde und hatte insgesamt 36 Scorerpunkte gesammelt. „Er war nicht nur ein sehr guter Eishockeyspieler, sondern vor allem auch ein toller Mensch“, sagte Richer. Aber der Umbruch soll nach einem erneut enttäuschenden Jahr konsequent vollzogen werden.

Fischbuch

Daniel Fischbuch enttäuschte mit nur sechs Scorerpunkten.

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Fischbuchs Vertrag aufgelöst

Das gilt gerade auch im Sturm. Brendan Ranford und Colin Smith, die erst im vergangenen Sommer verpflichtet wurden, überzeugten nicht. Gleiches gilt für Daniel Fischbuch, der mit nur sechs Scorerpunkten weit unter den Erwartungen selbst eines Vierte-Reihe-Stürmers blieb. Er ist der einzige, der sich trotz eines gültigen Vertrages einen neuen Verein suchen muss. Jamie MacQueen hingegen war bester EHC-Torjäger der Hauptrunde mit 21 Treffern. Minus 20 Punkte in der sogenannten Plus-Minus-Statistik, die die Differenz der Tore angibt, die gefallen sind, als ein Feldspieler auf dem Eis stand, offenbaren zugleich seine defensiven Schwächen. „Er hat viele Tore geschossen, aber wir haben uns jetzt für eine andere Richtung entschieden“, sagte Richer.

Unklar ist noch, ob Kevin Poulin auch im nächsten Jahr noch das Eisbären-Tor hüten wird. Der zukünftige Headcoach, der „in den nächsten zwei bis drei Wochen“ bekannt gegeben werden soll, hat dabei auch Mitspracherecht. Mit Thomas Oppenheimer, der sich im ersten Saisonspiel so schwer an der Schulter verletzte, dass er keine weitere Partie bestreiten konnte, laufen die die Gespräche ebenfalls noch. Aber auch hier deuten die Signale eher auf Abschied hin. Richer sagt: „Wenn er einen Verein findet, kann er gehen.“

Ortega fest verpflichtet

In den kommenden Wochen und Monaten ist viel zu tun. Nationalstürmer Leo Pföderl steht als Zugang fest. Zudem konnte Austin Ortega, der von den Växjö Lakers zunächst nur ausgeliehen war, fest verpflichtet werden. Um mit den Spitzenmannschaften wie Mannheim oder München mithalten zu können, braucht es weitere Verstärkungen auf Schlüsselpositionen. Zwei ausländische Profis sind für die Verteidigung eingeplant, zwei weitere Importspieler sollen den Angriff verstärken.

Austin Ortega hat voll eingeschlagen

Austin Ortega hat sich für einen Vertrag empfohlen.

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Ansonsten hat es den Anschein, dass die Eisbären kommende Saison mehr Gewicht auf die Entwicklung ihrer Jungprofis setzen. Als Vorbild taugen die Nationalspieler Jonas Müller und Kai Wissmann, die mit 23 und 22 Jahren etabliert und von den Eisbären nun für längere Zeit gebunden sind. Ab kommender Saison müssen zwei Profis in der Aufstellung zu finden sein, die für eine deutsche U23-Auswahl spielberechtigt sind.

Dietz erhöht Konkurrenz

Derzeit sieht es so aus, als würden sieben Profis um diese zwei Plätze kämpfen. Eric Mik, 19, debütierte vergangene Saison bei den Profis und überzeugte als Verteidiger mit sehr soliden Aktionen. Im Sturm ist die Nachwuchs-Konkurrenz ungleich höher. Neu im Team ist Fabian Dietz, 20, der zuletzt nur beim Kooperationspartner Lausitzer Füchse spielte, zukünftig aber mit einer Förderlizenz ausgestattet wird. Nino Kinder, 18, die Brüder Lukas, 16, und Thomas, 19, Reichel sowie Charlie Jahnke und Vincent, beide 21, die sich immerhin DEL-Torschützen nennen dürfen, bilden nach derzeitigem Stand die engere Auswahl hierfür. Welche Chancen die Jugend erhält, liegt natürlich ganz wesentlich am neuen Trainer. Wer dieser werden könnte, ließen die EHC-Verantwortlichen auch in dieser lockeren Atmosphäre nicht durchblicken.