Füchse Berlin: Warum Manager Hanning so zuversichtlich ist

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Grund zur guten Laune: Hanning.

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imago/Eibner

Velimir Petkovic musste ein wenig lächeln. Wie zufrieden er denn bislang mit seinen Schützlingen sei, war der Trainer der Füchse Berlin gerade gefragt worden. „Ich bin zufrieden mit welcher Leidenschaft und Leichtigkeit sie heute gelaufen sind“, antwortete Petkovic schließlich halb ironisch, halb ernst gemeint. Viel Sinnvolleres hätte er gestern wohl nicht sagen können, hatten seine frisch aus der Sommerpause zurückgekehrten Spieler zum Zeitpunkt der Frage doch gerade mal einen Laktattest absolviert.

Gut fünf Wochen dauert es noch, bis die Handballer der Füchse Berlin mit einem DHB-Pokalwochenende offiziell in die neue Spielzeit starten. Seit gestern bereiten sie sich auf diese vor. Was mit dem Laktattest begann, wird ab heute mit einem Trainingslager in Bad Saarow fortgesetzt. Im Mittelpunkt steht dort neben dem gegenseitigen Kennenlernen fast ausschließlich das Athletiktraining.

Ungemütlicher Trainer

Es hört sich ungemütlich an, wenn Petkovic über das spricht, was seine Akteure in der kommenden Woche erwartet. „Die letzten zwei oder drei Tage werden wir zehn bis fünfzehn Minuten etwas mit dem Ball machen“, sagt er und ergänzt: „Den Rest der Zeit werden wir Kraft und Ausdauer trainieren.“ Was wie eine Drohung klingt, ist Teil einer Reaktion der Füchse auf ihre Verletzungsmisere der vergangenen Saison. Durchgehend waren die Berliner da von Ausfällen geplagt und auch nach dem letzten Spieltag setzte sich der Trend fort. Nachdem bereits festgestanden hatte, dass der aus Gummersbach kommende Simon Ernst mit einem Kreuzbandriss die gesamte Saison ausfallen dürfte, wurde bei Stipe Mandalinic die gleiche Verletzung diagnostiziert. Marko Kopljar komplettiert das Trio der Langzeitverletzten. Optimale Voraussetzungen zum Saisonstart sehen anders aus.

 Damit das Trio in den kommenden Monaten nicht zu einem Quartett oder gar einem Quintett wird, setzten die Füchse zum einen das Trainingslager an und engagierten zum anderen einen eigenen Athletiktrainer für die Jugendabteilung. Carsten Köhrbrück kann sich so künftig auf das Wohl der Profis konzentrieren. Dass es durch Prävention alleine jedoch nicht getan war, erklärt Manager Bob Hanning: „Wir mussten der Mannschaft noch mal helfen.“ Und so fädelte Hanning nicht nur eine einjährige Ausleihe von Barcelonas Wael Jallouz (linker Rückraum) ein, sondern zog auch die für 2019 geplante Verpflichtung Jacob Holms (ebenfalls Rückraum) ein Jahr vor. Dazu gönnt man sich den Luxus eines dritten Kreisläufers, indem mit Johan Koch verlängert wurde, obwohl mit Mijaljo Marsenic ein renommierter Akteur am Kreis aus Skopje kommt. „Wir haben so viel Geld ausgegeben wie noch nie und sind so breit aufgestellt wie noch nie“, fasst Hanning zusammen.

Spaßige Vorbereitung

Dass dies auch ein Mehr an Druck mit sich bringt, ist Hanning klar. Davon, dass auch die Mannschaft dies zu spüren bekommt, geht er ebenfalls aus. Nichtsdestotrotz gibt sich der Manager optimistisch und sagt: „Das könnte eine Saison werden, die richtig viel Spaß macht.“ Es wäre die Kompensation für die wenig spaßige Vorbereitung, welche die Füchse-Akteure in den kommenden Tagen erwartet.