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Fuechse

Wiede im Interview: „Die Fans werden gegen uns sein"

Fabian Wiede dirigiert das Spiel der Füchse

Fabian Wiede hat sein Tief nach der Heim-WM überwunden.

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imago images / Nordphoto

Fabian Wiede sitzt entspannt beim Kaffee, während Silvio Heinevetter und Mattias Zachrisson Körbe werfen. Der Rest der Mannschaft bereitet sich auf die bevorstehende Trainingseinheit vor. Die Stimmung im Fuchsbau ist gelöst. Der 32:20-Erfolg am Sonntag gegen Ludwigshafen hat die Mannschaft merklich aufgebaut und die Lust auf das Final Four des EHF-Cup am Wochenende in Kiel weiter angetrieben. So auch bei dem 25-jährigen Spielmacher, der sein Tief nach der WM überstanden hat und wieder in gewohnter Manier die Fäden zieht.

Herr Wiede, was überwiegt im Hinblick auf den EHF-Pokal, Druck oder Vorfreunde?

Ach, was heißt Druck? Der ist beim Final Four immer etwas da. Wenn man da steht, dann will man es auch gewinnen. Wir wissen, dass wir da die Möglichkeit haben, uns einen internationalen Platz zu sichern, gerade weil es in der Liga dieses Jahr nicht optimal lief. Aber das wird extrem schwer werden, da muss am Wochenende alles klappen. Trotzdem freuen wir uns natürlich auf das Turnier.

Im Halbfinale wartet der FC Porto. Was macht diese Mannschaft für Sie aus?

Die haben zwei extrem schwere Kreisläufer und clevere Rückraumspieler. Dann hat Porto in letzter Zeit viel sieben gegen sechs gespielt. Da müssen wir Lösungen finden. Im sechs gegen sechs haben wir, glaube ich, gute Chancen.

Welche Lösungen könnten das sein?

Wir müssen ihr Spiel unterbinden und stören. Da müssen wir vor allem in der Abwehr gut stehen, versuchen Bälle abzufangen und Konter laufen. Im Angriff müssen wir uns viel bewegen. Versuchen, den Gegner zu überlaufen und eine Überzahl zu schaffen.

Die leichten Tore könnten nicht nur für das erste Spiel extrem wichtig sein, sondern ebenso Kräfte sparen für ein mögliches Finale am Sonnabend.

Das stimmt. Wir müssen versuchen, gut zu regenerieren, auch weil wir da dann zwei Stunden weniger bis zum Finale haben als unser Gegner. Bei der Motivation, die wir haben, sollte es allerdings über die zwei Tage kein Problem sein, die Kräfte zu bündeln und Vollgas zu geben.

Die Füchse spielen erst 20.45 Uhr. Das ist gewöhnungsbedürftig.

Da muss man schon überlegen, wie man das am besten koordiniert und den Tag gut nutzt. Spätes Frühstück, Video gucken und Spaziergänge zum Beispiel. Auf der einen Seite darf man sich nicht zu viel mit anderen Dingen beschäftigen. Andererseits ist der Kopf schnell voll, wenn man nur an das Spiel denkt.

Wahrscheinlicher Finalgegner wird Gastgeber Kiel sein. Das wäre die vierte Begegnung in dieser Saison, bisher hat es für keinen Sieg gereicht.

Erstmal denken wir nur an den nächsten Gegner. Ansonsten müssen wir uns auf uns konzentrieren. Die letzten Spiele gegen Kiel waren sehr knapp. Da haben wir in Abwehr und Angriff gut gestanden und uns leider nicht belohnt. Da wird es jetzt endlich Zeit, dass wir gewinnen.

Beim DHB-Pokal in Hamburg scheiterte die Mannschaft vor allem an Niklas Landin zwischen den Pfosten.

Der ist momentan extrem gut drauf und hat zuletzt gegen Flensburg wieder super gehalten. Daher wird das eine ordentliche Aufgabe, an ihm vorbeizukommen. Vielleicht müssen wir da den Abend vorher bei ihm im Hotel etwas Lärm machen. Nein, im Ernst, er macht das schon gut. Und wir haben genauso ein gutes Torhüter-Duo. Hoffen wir, dass Heine einen guten Tag erwischt und das Tor zunagelt.

Wie sehr könnte die Arena zum Faktor werden?

Ich bin gespannt, wie das mit den Fanlagern wird. Wir kennen das ja von uns und aus Magdeburg, dass immer ein gewisser Heimvorteil da ist. Doch ich glaube, da werden genügend Füchse-Fans mitkommen, die Stimmung machen und uns nach vorne pushen.

In Magdeburg hat die Mannschaft sich von den gegnerischen Fans antreiben lassen.

Da war es noch extremer durch das Ost-Derby. Aber ich glaube, dass die Fans auch jetzt gegen uns sein werden und Porto unterstützen. Das ist oft der Fall unter deutschen Mannschaften. Uns stört das meistens nicht. Mich motiviert es. Umso lauter die Gegner sind, desto schöner ist es, die Fans ruhig zu stellen. Hoffen wir, dass es wieder so wird.

Das Gespräch führte Carolin Paul.