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Philipp Hosiner: Der Ex-Unioner sucht sein Glück beim Chemnitzer FC

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Jetzt im Chemnitz-Trikot: Der frühere Union-Stürmer Philipp Hosiner. 

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imago images / Picture Point

Wer aus der Alpenrepublik den Weg nach Fußball-Deutschland suchte, hatte vor,  hier durchzustarten. Wer aber sich auf den Rückweg machte, für den war die große Karriere meist vorbei. Als Philipp Hosiner im Vorjahr dem 1. FC Union den Rücken kehrte und angesichts der übermächtig erscheinenden Konkurrenz von Sebastian Polter lieber bei Sturm Graz anheuerte, lagen die besten Jahre in der österreichischen Bundesliga  hinter dem einstigen Torschützenkönigs (2013). Sicher, der SK Puntigamer steht Jahr für Jahr für Jahr vor dem internationalen Geschäft – und verfehlt es dann meist –, aber der große Ruhm wartete eher nicht in der Steiermark. 

Zwei Jahre bei den Eisernen

So verwunderte es schon, dass Hosiner, der einst für Köln 15 Bundesligaspiele absolvierte  und für die Eiserne von 2016 bis 2018 auf acht Tore in 44 Spielen kam, auf einmal einen Job in  Deutschland erhielt. Noch verwunderlicher aber, dass der 30-Jährige in der 3. Liga anheuerte – beim Liga-Vorletzten aus Chemnitz.

Das C in Chemnitz steht mittlerweile in Sachen Fußball für Chaos! Rechtes Umfeld, die Suspendierung von Daniel Frahn, Geldnot. Machtkämpfe zwischen Insolvenzverwalter und Klub sind an der Tagesordnung. Jeder hat was mit jedem – und sei es Streit.

Was für ein Abstieg. Ende Juli und Anfang August spielte Hosiner mit den Steirern  unter Trainer Nestor El Maestro  – der war mit Urs Fischer einst als Trainer bei den Eisernen in der engeren Auswahl, ehe sich die Köpenicker glücklicherweise für den Schweizer entschieden –  noch in der Quali  zur Europa League im Einsatz, ehe er aufs Abstellgleis geriet. Doch für den 1,79 m großen Angreifer soll es der aufhaltsame Abstieg des Philipp H. werden. „Manchmal muss man einen Schritt mehr zurückmachen, um wieder nach vorne kommen zu können“, so der 30-Jährige.

Ein bisschen muss sich Hosiner vorgekommen sein wie im falschen Film. Am Montag posierte er noch zusammen mit Kiels Noah Awuku und Thomas Sobotzik als stolzer Zugang des Chemnitzer FC. Tags darauf warf Sobotzik bei den Himmelblauen als Sportgeschäftsführer zusammen mit Trainer David Bergner hin. Mittendrin nun  der gebürtige Eisenstädter, der   am Mittwoch beim Test der Himmelblauen  45 Minuten beim 1:3  gegen Union spielen durfte.

Dass er in Chemnitz in unruhigen Gewässern gelandet ist, ist ihm bewusst.  „Ich versuche, das auszublenden. Auf dem Rasen spielt das keine Rolle. Und die Truppe ist in Ordnung. Wer gegen einen Bundesligisten mit 1:3 verliert, war so schlecht nicht“; meinte Hosiner.     Sein  Beweggrund für den Wechsel: „Den Vertrag auszusitzen, kam für mich nicht infrage. Ich wollte einfach wieder Spaß haben und mich ins Rampenlicht spielen“, so Hosiner. Damit auf seine alten Tage vielleicht doch noch mal ein Kontrakt bei einem höherklassigen Klub rausspringt.