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Kommentar zu Unions Remis in Augsburg: Erkenntnis? Sebastian Polter kann Bundesliga!

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Sebastian Polter brachte frischen Wind in Unions Spiel.

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imago images / kolbert-press

Hier ist eine der zentralen Erkenntnisse aus dem Auswärtsspieldebüt des 1. FC Union in der höchsten deutschen Spielklasse: Sebastian Polter kann Bundesliga.

Das war am Sonnabendnachmittag in der Augsburger Arena gleich in mehreren Situationen zu beobachten. Beim Ausgleichstreffer in der 80. Minute natürlich, als er nach einer Balleroberung von Robert Andrich am Mittelkreis sofort verstand, was zu tun ist, lossprintete und im entscheidenden Moment gekonnt auf Sebastian Andersson querlegte, der wiederum nervenstark zum 1:1 abschließen konnte.

Man könnte auch eine weniger spektakuläre Aktion aus der 87. Minute heranziehen, um die zu Anfang aufgestellte These weiter zu stützen. Da befreite sich Polter, der erst in der 70. Minute ins Spiel gekommen war, an der Außenlinie mit zwei gekonnten Finten aus einer ballverlustverdächtigen Unterzahlsituation, blieb am Ball, passte diesen schließlich auf Innenverteidiger Neven Subotic.

Polter hat aufwühlende Monate hinter sich. Vor dem Amtsgericht Wolfsburg musste er sich im Frühjahr wegen der Unterlassung von Unterhaltungszahlungen an seine beiden Kinder verantworten, seine inzwischen ehemalige Frau Denise hatte den Fall über den Boulevard in die Öffentlichkeit gebracht.

Parallel dazu war er beim Aufstieg der Eisernen als Einwechselspieler nur eine Randfigur, während sich sein Konkurrent auf der Mittelstürmerposition, der Schwede Sebastian Andersson, zum unverzichtbaren Erfolgsfaktor und zum Musterschüler von Trainer Urs Fischer entwickelte.

Und so gab es schließlich nicht wenige, die nach der Verpflichtung von Anthony Ujah und Marcus Ingvartsen darauf wetteten, dass Polter noch in diesem Sommer Abschied nimmt, die Flucht ergreift, um diese erste Bundesligasaison seines Herzensklubs nicht als Dauertribünengast erleben zu müssen. Aber denkste!

Polter hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, hat im Sommer, das ist offensichtlich, hart an sich gearbeitet, wirkt durchtrainierter, drahtiger, leichtfüßiger denn je, verfügt aber natürlich immer noch über diese von Körper und Leidenschaft getragene Wucht, die das Besondere an ihm ist. Ja, der Liebling der Fans, der Profi zum Anfassen, Unions Identifikationsfigur, ist wieder da und mittendrin, und das auf eindrucksvolle Weise.