Die Bewag läßt ihr neues Heizkraftwerk Mitte von Künstlern aus drei Ländern parkähnlich umbauen. Die Kunst am Bau ist dem Unternehmen knapp 2,5 Millionen Mark wert.Das einst graue Viertel um das alte Heizkraftwerk Mitte wird durch ein weiteres Projekt aufgewertet. Zwischen dem Deutschen Architekturzentrum an der Köpenicker Straße und dem fast fertigen Jannowitzcenter errichtet die Bewag bis zum kommenden Frühjahr ihr modernstes Heizkraftwerk. Ob der prominenten Bauten in der Nachbarschaft hat das Unternehmen seine Technik mit Hallen des Documenta-Architekten Prof. Jochem Jourdan verkleiden lassen und umgibt diese nun mit viel Grün und Kunst. Ab Mai 1996 soll die neue Spreeufer-Promenade zwischen der Jannowitz- und Michaelkirchbrücke zum Flanieren einladen. Der dänische Maler und Bildhauer Per Kirkeby versieht sie am Kraftwerk neben Grünflächen mit einem besteigbaren Ziegelturm und einer verwinkelten Klinkermauer. Sie erfüllt zwar ihren Absperrzweck, gibt aber gleichzeitig durch Öffnungen Einblicke in die technischen Anlagen, von denen einige - etwa ein großer Gas-Tank - von Kletterpflanzen überwuchert werden sollen. Zum Verweilen laden dort acht futuristische Stahlrohrbänke der türkischen Bildhauerin Ayse Erkmen ein. Sie werden im Winter mit Fernwärme aus dem Kraftwerk beheizt und sollen so seinen Nutzen sinnlich erfahrbar machen. Am Kraftwerkseingang an der Köpenicker Straße wird der Amerikaner Dan Graham einen ovalen, von einer Wasserfläche umgebenen Pavillon aus Stahl und Glas installieren. Er soll den Besucher im Inneren mit Lichtreflexionen verwirren und mit seiner elliptischen Form mit dem markanten dreitürmigen Trias-Neubau auf dem gegenüber dem Kraftwerk liegenden Spreeufer korrespondieren. Außerdem werden an der Köpenicker und der Michaelkirchstraße zahlreiche Bäume gepflanzt.Die Bewag investiert insgesamt rund 600 Millionen Mark in den Neubau des Heizkraftwerkes Mitte, das künftig unter anderem Wärme und Strom für die Neubauten am Potsdamer Platz und im Regierungsviertel liefert. +++