Kiel - Der Druck auf Kiels Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) nimmt weiter zu. Die Staatsanwaltschaft leitete am Freitag ein Ermittlungsverfahren gegen sie ein. Es bestehe der Anfangsverdacht der Untreue in besonders schwerem Fall, teilte die Anklagebehörde mit. Es geht um Gaschkes sogenannten Steuerdeal mit einem Augenarzt. Dieser zahlt demnach für Immobiliengeschäfte 4,1 Millionen Euro Gewerbesteuern und bekommt dafür 3,7 Millionen an Zinsen und Säumniszuschlägen erlassen. Die Staatsanwaltschaft sieht den Anfangsverdacht, dass Gaschke ihre Eilentscheidung pflichtwidrig vornahm und diese zu einem Vermögensnachteil für die Stadt führte.

Die Ermittlungen richten sich auch gegen Stadtkämmerer Wolfgang Röttgers. Gegen ihn bestehe der Anfangsverdacht der Beihilfe, gab die Staatsanwaltschaft an. Für Gaschke erklärte ihr Anwalt Gerald Goecke: «Dem Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen kann Frau Dr. Gaschke aus zahlreichen Gründen mit Gelassenheit entgegensehen.» So habe es die Ratsversammlung per Beschluss ausdrücklich abgelehnt, Gaschkes Eilentscheidung aufzuheben. Es sei abwegig, ihr zu unterstellen, sie habe der Stadt einen Vermögensnachteil zufügen wollen oder einen solchen auch nur billigend in Kauf genommen.

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