FRANKFURT AM MAIN, 7. Juli. Jan Ullrich hat die Einnahme von Aufputschmitteln gestanden, die ihm im Juni bei einer unangekündigten Dopingkontrolle nachgewiesen worden sind. In der so genannten A-Probe war Ullrich, der sich nach einer Knie-Operation in der Rehabilitation befindet, positiv auf das verbotene Dopingmittel Amphetamin getestet worden. Auf die Öffnung der B-Probe verzichtet Ullrich, wie er am Sonnabend auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main mitteilte. Nach dem international geltenden Anti-Doping-Regelwerk liegt deshalb ein Dopingverstoß vor. Zudem wird die Staatsanwaltschaft München wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz gegen Ullrich ermitteln."Ich akzeptiere die A-Probe", sagte Ullrich: "Das bedeutet, dass ich erstmals in meiner Karriere positiv bin." Dennoch interpretiert sein Arbeitgeber, das Team Deutsche Telekom, den Fall lediglich als Kavaliersdelikt, als Entgleisung eines in einer Lebenskrise befindlichen Hochleistungssportlers. "Wir werden uns nicht von Jan Ullrich trennen", sagte Teamsprecher Olaf Ludwig. Ullrich will die Amphetamin-Tabletten am Vorabend der Dopingkontrolle auf einer Kneipentour von einem Unbekannten erhalten haben. Seine Erklärungen ließen indes viele Fragen offen.Das Sportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) muss sich nun des Falles annehmen und über Sanktionen entscheiden. Eine mehrmonatige Wettkampfsperre des Olympiasiegers ist möglich. Im Radsport wird die Einnahme von Amphetamin traditionell als minderschweres Delikt behandelt, obgleich es wegen dieser Drogen sogar schon Todesfälle gab.Sport Seiten 34 bis 36