Auf das Grab des früheren Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist ein Anschlag verübt worden. Unbekannte haben in der Nacht zu Montag ein Stück aus dem Grabstein gesprengt. Nach Angaben der Polizei wurde am Montag morgen die Beschädigung auf dem jüdischen Friedhof in der Heerstraße in Spandau entdeckt. Eine extremistische Tat kann nach Angaben der Polizei nicht ausgeschlossen werden. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Jüdische Gemeinde verurteilte den Anschlag als einen "barbarischen Akt des Vandalismus". Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Andreas Nachama, sagte: "Es sieht schlecht um unsere Gesellschaft aus, wenn letztlich nicht einmal die Totenruhe gewahrt wird."Er sei "einigermaßen ratlos", wie solche Anschläge verhindert werden könnten. Es handele sich aus seiner Sicht ganz offensichtlich um eine mutwillige Tat. Den eigentlichen Sachschaden, eine mehrere Zentimeter aus dem Gedenkstein gehauene Ecke, bezeichnete Nachama als eher gering. "Viel größer ist der moralische Schaden", so Nachama. Der Gemeindevorsitzende betonte, daß es in den vergangenen Jahren seines Wissens noch nie Zerstörungen auf dem jüdischen Friedhof an der Heerstraße gegeben habe. Er verwies aber auf die mehrfache Zerstörung des Mahnmals in der Großen Hamburger Straße und auf Zerstörungen auf dem Friedhof in der Schönhauser Allee. Auch Innenstaatssekretär Kuno Böse (CDU) verurteilte die Tat. Er sagte: "Es handelt sich um eine ruchlose Tat, sollte sich herausstellen, daß dieser Anschlag absichtlich auf dieses Grab verübt worden ist." Heinz Galinski war viele Jahre lang Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und auch Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland. Im Juli 1992 war er im Alter von fast 80 Jahren an einem Herzleiden gestorben.