Spandau. Die Berliner Stadtreinigungs-Betriebe (BSR) haben gestern eine Umwelt- und Müllvermeidungs-Aktion an Berliner Kindergärten gestartet. In der Spandauer Kita an der Mareyzeile stellten sie ihr neues Abfallkonzept vor.Die BSR will nun Erziehungsarbeit leisten: Schon die Kleinkinder sollen wissen, welcher Müll in welche Tonne gehört und vor allem aber, wie Unrat verhindert werden kann. "Spielerisch sollen die Jüngsten lernen, worauf beim Müll zu achten ist", sagte der Vater des "Kita-Abfall-Konzepts", Kersten Erdelbrock.Der BSR-Umweltberater hat für die 2 000 Berliner Kitas ein Memory-Spiel entwickelt: Es soll die Kinder "für den umweltgerechten Umgang mit Abfällen sensibilisieren". Sie üben im Spiel ein, daß bestimmter Müll für besondere Entsorgungswege bestimmt ist. Dies wird anhand verschiedenfarbiger Spielkarten mit unterschiedlichen geometrischen Formen verdeutlicht. Diese Farben entsprechen den Mülltonnen, die in den Kitas aufgestellt werden.Das Spiel und ein Buch, das Tips zur Müllvermeidung und Wertstoff-Trennung gibt, will die BSR zunächst an die rund 1 100 städtischen Kindergärten verteilen lassen. Dann sollen auch die privaten Kinderläden in die Aktion einbezogen werden.Ziel der BSR-Aktion sei es, bis zum Jahr 2005 die Müllberge in Berlin "zu halbieren", sagte ein BSR-Vertreter. So macht BSR Front gegen Einwegwindeln. Schätzungen zufolge entstehen in einer Kita mit 30 Windelkindern wöchentlich allein 550 Liter Windelabfälle. Das sind rund 60 Prozent des Restmüllaufkommens einer solchen Einrichtung. Der Vorschlag der BSR: Windeln, die gekocht und wiederverwendet werden können. "Das spart Kosten und schont die Umwelt", so Erdelbrock. Diesen Vorschlag fand auch Jugendsenatorin Ingrid Stahmer (SPD) gut. Sie stellte den Kitas "einen finanziellen Anreiz" beim Öko-Sparen in Aussicht. Ein Teil des durch Umweltmaßnahmen Ersparten solle an die Kindergärten zurückfließen, sagte die Politikerin. +++