Parallel zur UN-Klimakonferenz finden in Berlin der 2. Weltbürgermeistergipfel sowie die Fachtagung des Klima-Bündnisses (europäischer Städte und südamerikanischer Indianerorganisationen) zu "Erfolgsfällen städtischer Klimaschutzpolitik" statt.Wenn im Internationalen Congreßcentrum (ICC) Vertreter der UN-Mitgliedsstaaten über ihre Beiträge zum Klimaschutz beraten, werden im Rathaus Schöneberg die Vertreter von mehr als hundert Städten aus 50 Ländern an einem Papier arbeiten. Mit den darin enthaltenen Selbstverpflichtungen dieses ICLEI (Internationaler Rat für kommunale Umweltfragen) genannten Bündnisses soll am 29. April der Klimagipfel "unter Druck gesetzt" werden, damit ein postives Ergebnis zustande kommt. Ziel ist die 20prozentige Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes bis zum Jahr 2005 unter das Niveau von 1987. Berlin hat sich sogar 25 Prozent Reduktion auferlegt und bisher zehn Prozent geschafft. "Allein die Mitgliedskommunen unseres Bündnisses vertreten eine Viertel Milliarde Menschen", unterstreicht ICLEI-Chef Peter W. Heller die Bedeutung dieser Weltbürgermeisterkonferenz.Global denken und lokal handeln reiche nicht mehr aus, weil national zumeist nur abgewartet werde, ergänzt Erich Haider, Vorstand des Klimabündnisses von 374 europäischen Städten. Das Bündnis, in dem auch Berlin Mitglied ist, will vom 2. bis 5. April ebenfalls im Rathaus Schöneberg Erfahrungen austauschen. Als Beispiel nannte Haider, der im österreichischen Linz Stadtrat für Umwelt und Wirtschaft ist, daß seine Stadt auf zwei Dinge stolz sei: So werden "heuer" 82 Prozent aller Wohnungen fernbeheizt. Zudem wurde ein Niedrigenergiewohnviertel, die "Solar-City" für 25 000 Menschen geschaffen. Nur mit dem wachsenden Autoverkehr werde man nicht fertig, klagte Haider. Berlins Umweltsenator Volker Hassemer (CDU) lächelte wissend dazu. +++