Foto: Ein ordnungsgemäßes Massenstartrennen im Biathlon-Weltcup von Oberhof setzt sich zusammen aus 12,5 Kilometer Langlaufen und vier Schießeinlagen, zwei Mal im Liegen, zwei Mal im Stehen. Was das Langlaufen angeht, machte Darya Domratschewa ihre Sache am Sonntag hervorragend. Von der zweiten Startreihe aus lief sie dem Feld davon und hatte nach den ersten fünf Kilometern gute Aussichten auf ihren ersten Weltcup-Sieg. Dann kam die zweite Schießeinlage. Während sich die Konkurrenz in Domratschewas Rücken regelkonform auf die Matte legte, drückte die Weißrussin fünf Mal im Stehen ab. Alle Schüsse verfehlten das Ziel, was allerdings nicht weiter ins Gewicht fiel, weil sie ohnehin umgehend disqualifiziert wurde. Domratschewas Schießtrainer Klaus Siebert scheiterte an einer Erklärung des Unerklärlichen: "Heute haben wir wieder einmal gelernt, dass es nichts gibt, was es nicht gibt." Am wenigsten verwirren ließ sich indes die Oberhofer Volksheldin Kati Wilhelm. Sie übernahm nach Domratschewas Aussetzer die Führung und trug sie zu ihrem ersten Weltcup-Sieg in dieser Saison. "Sowas hat man lange nicht gesehen", sangen die Fans am Grenzadler in gewohnter Manier. Dieses Mal hatten sie sogar ein bisschen Recht. (boh.)