Schlicht, funktional, ökologisch und trotzdem ästhetisch - so beschreibt Ralf Fücks den Neubau der Heinrich-Böll-Stiftung an der Schumannstraße in Mitte. Fücks ist Vorstand der grünennahen Parteistiftung, die mit 185 Mitarbeitern in dieser Woche die Hackeschen Höfe verlässt und ihr neues Domizil bezieht. Offizielle Eröffnung des Hauses in der Nachbarschaft des Deutschen Theaters und der ukrainischen Botschaft ist am 25. September, zu der Feier wird auch Bundespräsident Horst Köhler erwartet.Fücks betont vor allem das Energiekonzept des Neubaus. "Wir kommen mit wenigen technischen Geräten aus", sagt er. So gibt es keine Klimaanlage, sondern die Kühlung erfolgt durch 20 Grad kaltes Wasser, das in dem Bürohaus durch spezielle Geräte vor den Fensterfronten zirkuliert. Ausgetüftelt wurde auch ein Belüftungskonzept: So ist das Atrium "die Lunge des Hauses" - von dort werden die Büros mit frischer Luft versorgt.14 Millionen Euro hat die mit Bundesmitteln errichtete Stiftungszentrale gekostet, zu der in einer "Beletage" auch ein Konferenzzentrum für bis zu 300 Besucher gehört. Die Ausstattung des Hauses ist spartanisch - die Wände sind aus blankem Beton, an den Decken wurden Leitungen und Kabel sichtbar gelassen und der Fußboden als Terrazzo-Flächen gestaltet. Architekt Piet Eckert aus Zürich nennt das "Werkstatt-Charakter, mit minimalen Mitteln haben wir ein Maximum erreicht". Darauf ist Fücks stolz, wie auch auf die Installation "Treppenläufer" des Berliner Künstlers Via Lewandowsky: Der Teppich auf der elf Meter breiten Treppe zum Konferenzzentrum zeigt eine aus der Luft aufgenommene Schafherde auf einer grünen Wiese. (ua.)