Es ist still geworden um Eberhard Diepgen. Der heute 69-Jährige, der Berlin 15 Jahre lang regierte, tritt nur noch selten öffentlich in Erscheinung. Nun aber hat er wieder ein Amt inne - jenseits der Politik: Er ist Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung der Freunde der Hauptstadtzoos. Diese soll noch diesen Monat ihre Arbeit aufnehmen und schaffen, womit beide tiergärtnerischen Einrichtungen zurzeit überfordert sind: sie finanziell auf sichere Beine zu stellen - und zwar "dauerhaft und nachhaltig", wie bei der gestrigen Vorstellung mehrfach betont wurde. "Zoo und Tierpark haben in verschiedener Intensität um ihre Wirtschaftlichkeit zu kämpfen", sagte Diepgen und umschrieb damit sehr diskret, wie schlecht es um den Tierpark bestellt ist. Jüngsten Berechnungen zufolge wird der 160 Hektar große Park in Friedrichsfelde in den nächsten zwei Jahren drei Millionen Euro minus erwirtschaften, die Besucherzahlen liegen bei einer Million, im Zoo sind es drei Millionen. Hinzu kommt, dass der Zuschuss, den das Land Berlin an beide Einrichtungen zahlt, weiter sinken wird. All das will die Stiftung helfen auszugleichen. "Wir wollen die Tierliebe der Berliner nutzen, um beide Einrichtungen langfristig abzusichern", sagte Diepgen gestern. Es dürfe aber kein Gegeneinander beider Einrichtungen geben.Die Idee, eine Stiftung für Zoo und Tierpark zu gründen, entstand im Verein der Freunde und Förderer der Hauptstadtzoos. Die Gemeinschaft, die 1956 für den Tierpark gegründet wurde und 2007 ihr Engagement auf den Zoo ausgeweitet hat, habe ein dauerhaftes Instrumentarium für beide Einrichtungen schaffen wollen, sagte Vereinschef Thomas Ziolko. Geplant sei, von den Zinsen, die das Stiftungskapital abwirft, Projekte zu unterstützen. "Größere Vorhaben werden wir aber erst in zwei bis drei Jahren realisieren können", sagte Diepgen. Außer ihm gehören dem Kuratorium auch der Besitzer der Königlichen Porzellan-Manufaktur, Jörg Woltmann, an, sowie Susann Prinzessin von Preußen. Zum Vorstand der Stiftung gehören neben Thomas Ziolko und Zoo-Aufsichtsratschef Frank Bruckmann auch der Direktor beider Einrichtungen, Bernhard Blaszkiewitz. Dieser zeigte sich erfreut über die Gründung der Stiftung. Noch sei das Konzept für den Tierpark in Arbeit - es soll im Juni im Abgeordnetenhaus präsentiert werden - er habe aber schon eine Wunschliste für die Stiftung: "Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass wir im Tierpark wieder Menschenaffen zeigen." (cls.)-----------------------Die Stiftung im Internet unter www.stiftung-hauptstadtzoos.de