BERLIN, 26. Juni. Die Stiftung Warentest hat eine Internet-Datenbank mit Informationen über rund 1 500 rezeptfreie Medikamente gestartet. Zudem nehmen die Verbraucherschützer regelmäßg Aktionswaren von Discountern wie Aldi, Lidl oder Plus in Schnelltests unter die Lupe. Verbraucher sollen so rasch Auskunft zu diesen meist nur eine Woche gültigen Sonderangeboten erhalten.Vergleich der WirksamkeitDie Medikamenten-Datenbank stelle Verbrauchern alle wichtigen Angaben und Bewertungen zu den in Deutschland am häufigsten verkauften rezeptfreien Arzneimitteln zur Verfügung, sagte der Vorstand der Stiftung, Werner Brinkmann, am Donnerstag in Berlin. Außerdem enthalte sie Informationen zu 70 Krankheitsbildern. Neben Angaben über Inhaltsstoffe, deren Wirksamkeit und etwaige Nebenwirkungen könnten Nutzer auch Informationen über mögliche preiswerte Alternativen abrufen. So gebe es bei unterschiedlichen Medikamenten mit den gleichen Wirkstoffen teilweise erhebliche Preisunterschiede. Bis 2004 soll das Angebot auf mehr als 7 000 rezeptpflichtige Mittel ausgedehnt werden. Allgemeine Informationen über Medikamente und deren Anwendungsbereiche können kostenlos abgefragt werden. Für detailliertere Beurteilungen verlangt die Stiftung je Anwendungsgebiet zwei Euro. Mithilfe der Schnelltests von Aktionsangeboten im Einzelhandel erhalte der Kunde noch in derselben Woche, in der die Waren bei den Händlern in den Regalen liegen, eine Beurteilung, erklärte Brinkmann. Der Umsatz mit solchen Sonderangeboten sei enorm gestiegen. "Die Leute wollen schnell wissen, ob sie ein Schnäppchen machen können oder die Billigangebote nichts taugen." Die seit Herbst 2002 durchgeführten Tests hätten bisher zu unterschiedlichsten Ergebnissen geführt. Zuletzt habe man unter anderem aus Sicherheitsgründen dringend vom Kauf eines Komposthäckslers abgeraten. Im Vorjahr habe die Stiftung Warentest bei Gesamterträgen von 52,7 Millionen Euro einen Gewinn von 1,9 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Zuwendungen des Bundes beliefen sich auf 5,9 Millionen Euro und erhöhen sich 2003 auf 6,5 Millionen. Brinkmann setzte sich nochmals für die Schaffung eines eigenen Stiftungskapitals ein. So könnte auf Zuschüsse des Bundes verzichtet werden. Man sei hier "aber noch keinen Schritt weitergekommen". (als.) Informationen unter: www.stiftung-warentest.de www.Medikamente-im-Test.de