In beinstreckender Hautfarbe: Aeyde-Mules „Katti“ in Creamy Nappa, 295 Euro. Auch in Hazelnut, Pythonprint und in schwarzem Glatt- oder Veloursleder.
Foto: Aeyde

BerlinEinerseits waren die Macher von Aeyde ebenso wenig auf Covid-19 vorbereitet wie wir alle. Andererseits waren sie bestens gewappnet. „Bei einem jungen Unternehmen funktioniert nie alles so, wie gedacht. Man ist ständig damit beschäftigt, die Dinge immer wieder anders anzupacken. Diese Flexibilität hat uns sicher geholfen“, sagt Luisa Dames, Mitgründerin und Creative Director der Marke. Sie gibt das Interview telefonisch aus dem Homeoffice, danach muss sie in ein Zoom-Meeting.

Gründerin Luisa Dames.
Foto: Aeyde/Julia Zierer

Neben der Herausforderung, die Arbeitswelt ihres Teams neu zu organisieren und den üblichen Saisonablauf samt Bestellung und Auslieferung an die neue Realität anzupassen, wollen Dames und Co-Gründer Constantin Langholz-Baikousis aber auch die Möglichkeiten in der Krise aufspüren. „Über digitale Showrooms wird schon lange diskutiert, jetzt ist die Zeit, solche Ideen voranzutreiben“, sagt sie und erwähnt die 14-tägige „Stay Positive“-Kampagne, die sie zum Anfang des Lockdowns auf Instagram organisiert haben. Dabei wurde die Aeyde-Community mit speziellem Live-Content wie Lesungen und Zeichenkursen unterhalten. Die letzten Monate waren jedoch auch Anlass, sich auf die eigenen Anfänge zu besinnen: Aeyde wurde 2015 als reine Online-Marke mit dem Vorsatz gegründet, begehrenswerte Schuhe zu ansprechenden Preisen anzubieten.

Von ursprünglich 13 Modellen ist die Kollektion inzwischen auf 120 angewachsen. Verkauft wird die Marke international bei Net-à-Porter.com, Intermix in den USA oder Lane Crawford in China. „Von Beginn an wollten wir einen Kern von Schuhformen schaffen, auf die die Kundin immer wieder zurückgreifen kann“, erzählt Dames. „In der Krise haben wir uns gefragt: Wo befinden wir uns als Marke? Und uns wurde klar, dass wir noch einmal mehr schärfen wollen, was unsere Klassiker wie den Leandra-Boot oder den Moa-Flat ausmacht.“

Um den Fuß geschlängelt: Slides „Anna“ in Natural Python, 175 Euro. Auch in Creamy Nappa und Black Suede.
Foto: Aeyde

Schuster bleib’ bei deinen Leisten? Buchstäblich, denn neben den sichtbaren Erkennungszeichen des Labels, wie dem Kontrast-Stitch an den Stiefelfersen oder der eckigen Kappe, steht Aeyde für spürbare Signets wie die besonderen Absatz-Plättchen. Anstatt aus Plastik wie bei vielen (auch deutlich teureren) Designerschuhen bestehen sie aus einer Hartgummimischung, die eine bessere Federung beim Gehen garantiert. Das „klare Design mit Charakter“ (Dames) erarbeitet das Berliner Team aus Designern und Produktentwicklern mit drei Familienbetrieben in der Toskana. Jeder dieser italienischen Hersteller bringt eine andere Expertise mit, von Boots bis Ballerinas, so dass jede Schuhform von Spezialisten gefertigt wird. „Aus dieser Zusammenarbeit entstehen Details, die nicht Standard sind, und Schuhe, die man nicht nur lange tragen möchte, sondern es auch kann.“ Klassische Formen und problemlos kombinierbare Farben machen Aeyde-Schuhe zu einer Art Grundgarderobe für die Füße. Im Fachjargon: zu „Elevated Basics“, die ihre Trägerinnen viele Jahre begleiten.

Extraterrestrial Chic: Slides „Chrissy“ in Black Nappa, 155 Euro. Alternativ in Hazelnut Nappa, Natural Python oder Creamy Nappa.
Foto: Aeyde

Neben dem Kerngeschäft gibt es von Aeyde inzwischen auch eine kleine Schmuckkollektion mit Ohrringen, entweder vergoldet oder mit Palladium beschichtet. Ab September soll eine weitere Kategorie im Bereich Accessoires dazukommen. Welche das ist, will Luisa Dames noch nicht verraten. Fest steht schon jetzt, dass es in diesem Jahr der Überraschungen endlich wieder mal eine schöne sein dürfte.

Webshop: www.aeyde.com


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