Berlin - Serhat Işık und Benjamin A. Huseby, die Macher des Berliner Modelabels GmbH, werden neue Kreativdirektoren bei Trussardi. Sie werden in Zukunft für das gesamte Design, Image und Branding der Mailänder Modemarke verantwortlich sein, heißt es bei Trussardi. Damit will der seit Oktober 2020 amtierende Trussardi-CEO Sebastian Suhl die Neuausrichtung der Marke vorantreiben.

Trussardi wurde bereits 1911 von Dante Trussardi als Handschuhmarke gegründet. Unter seinem Enkel Nicola Trussardi wurde das Sortiment stetig erweitert, in den 80er-Jahren folgten Prêt-à-porter-Kollektionen, Anfang der 90er-Jahre eine Couture-Linie. Das auf allen Produkten eingeführte Greyhound-Logo wurde damals zum Symbol eines luxuriösen italienischen Lebensstils. Heute spielt die Modemarke kaum mehr eine Rolle, das Unternehmen hatte in den letzten Jahren stark zu kämpfen. Seit 2018 gab es keinen Creative Director mehr.

Ein Turnaround ist also für Trussardi dringend nötig. Und die Berliner Işık und Huseby könnten der Marke in der Tat einen interessanten Twist verleihen, gerade weil mit ihrer disruptiven Attitüde und dem klassischen Ansatz der Italiener scheinbar Gegensätzliches aufeinandertrifft. Der Mix aus Couture und Streetwear, der GmbH seit 2016 binnen kürzester Zeit international erfolgreich machte, dürfte Trussardi die fehlende Kante bringen, die zeitgemäße Mode haben muss. 

So heißt es für Işık  und Huseby sicher auch erst einmal Staub wischen. Doch das hat natürlich auch seinen ganz besonderen Reiz: „Trussardi hat einen Stammbaum und ein enormes ungenutztes Potenzial zu bieten. Die Möglichkeit, das Modehaus neu aufzubauen, ist sehr anziehend für uns“, so die beiden Modemacher.

Işık und Huseby werden trotz neuer Aufgabe weiterhin ihr eigenes Label GmbH in Berlin betreiben. Ihre Trussardi-Premiere wird die Herbst/Winter-Kollektion für 2022 sein.