Am Wochenende wird es heiß. Sehr heiß. Da hilft nur der Sprung ins kühle Nass – ob im Freibad oder am Badesee. Und wer keine Lust auf FKK hat, muss sich nun für eine geeignete Bademode und die richtigen Sommer-Accessoires entscheiden. Gar nicht so einfach. Oder doch? Was in dieser Saison besonders gut ankommt – und womit Sie sich eher blamieren ...

DO: die Bikinistreifen

Es mag für den einen oder die andere eine Überraschung sein: Aber die Bikinistreifen sind zurück! Und das nicht erst seit gestern. Schon im präpandemischen Sommer 2019 lösten Models wie Bella Hadid und Kendall Jenner mit entsprechenden Instagram-Bildern einen kleinen Hype um die blassen Hinterlassenschaften der Badebekleidung aus; die französische Vogue spendierte dem Bikinistreifen damals sogar eine ganze Fotostrecke mit einer eben nicht nahtlos gebräunten Karlie Kloss in der Hauptrolle. Und drei Jahre später? Sind die Bikinistreifen immer noch Thema.

Das mag daran liegen, dass die hellen Streifen um das Dekolleté oder im Hüftbereich ungemein reizvoll wirken – eben weil sie anzeigen, dass dort, wo sie sichtbar werden, eigentlich ein Kleidungsstück hingehört. Bikinistreifen lassen die Nacktheit mithin noch ein bisschen nackter wirken, man glaubt verstohlene Blicke auf eine Körperstelle werfen zu können, die sonst unter einem Stückchen Stoff verschwindet. Ziemlich sexy!

In Brasilien – dem Epizentrum der erotisierenden Bademode – sind die Bikinistreifen sogar so beliebt, dass um sie herum ein eigenes Geschäft entstanden ist. Dort kann man schon seit 2017 den Service spezieller Einrichtungen in Anspruch nehmen, die eine perfekte Bräunung mit Nähten versprechen: Die Kundinnen werden rund um Busen und Schambereich vom Personal fachkundig abgeklebt und legen sich sodann zum Braten auf die Dachterrasse; während des halb- oder einstündigen Röstvorgangs wird das menschgewordene Backgut regelmäßig mit Wasser abgespritzt. So einen Service gibt’s in Berlin freilich noch nicht – mit einem Bikini und einem guten Sonnenplatz kriegt man schöne Streifen aber auch selbst gut hin!

DON’T: die knielange Badehose

Es muss – es kann nicht jeder Speedos tragen. Die knappsten der knappen Badehosen bleiben nach wie vor eher selbstbewussten Besitzern eines Alabasterkörpers vorbehalten: Es sieht halt einfach blöd aus, wenn’s über der Mini-Badebuchse schwabbelt und sich hintenrum das altbekannte Maurerdekolleté seinen Weg gen Sonne bahnt. Was wiederum nicht heißt, dass man sich in einer knielangen Badehose verstecken müsste.

Denn der klassische Duschvorhangeffekt ist auch bei diesen großzügigen Badebeinkleidern ein totales Ärgernis – wie ein nasser Lappen kleben die Dinger an den Beinen! Und wer mit der noch trockenen langen Hose allzu hastig ins kühle Nass hinuntersteigt, dem bläht sich das Badehosenbiest zu allen Seiten ulkig gen Wasseroberfläche auf. Sieht beides einfach dämlich aus.

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Noch geht’s: Sobald der Paddler aber in den Schlachtensee fällt, geht das ganz große Geklebe los.

Die ideale Badehose für alle Körperformen geht allenfalls bis zur Oberschenkelmitte, auch noch ein bisschen knapper darf das Höschen gerne sein. Das verspricht auch ein deutlich besseres Tragegefühl, nix klebt an den Beinen und am Schritt. Und wer den knackigen Männerbody vorzuweisen hat, sollte ohnehin zur Speedo greifen: Die ist nämlich längst kein ungeliebtes Relikt der Achtziger mehr, sondern hochaktuell. Das beweisen nicht zuletzt prominente Minihosen-Träger wie Zac Efron und Hugh Jackman.

DO: der Badeanzug

Zugegeben: Ob Bikini oder Badeanzug, ist absolut vom Fall abhängig. Beziehungsweise von der Frau, die sich für das eine oder andere entscheiden will. Und auch wenn es gerade bei der Bademode vor allem ums eigene Wohlbefinden geht, gibt’s schon ein paar Regeln, an denen es sich gut orientieren lässt. Komplexerweise ist es zum Beispiel so: je größer die Kurven, desto kleiner die Badebekleidung.

Frauen mit üppigeren Proportionen stehen kleinere Bikinis meistens besser – im Badeanzug zeichnen sich ungeliebte Dellen oft so eindeutig ab, dass sie freigelegt eigentlich weniger auffällig wirken. Außerdem können große Stoffstücke große Körperteile noch vergrößern – groß, groß, groß. Wer sich um „Problemzonen“ allerdings keine Gedanken machen muss und zwischen Zwei- und Einteiler die freie Auswahl hat, sollte jetzt zu Letzterem greifen: Nach Jahren, in denen zweifellos der Bikini dominiert hat, ist jetzt der Badeanzug en vogue.

Es sieht oft schlichtweg eleganter aus, sich im traditionellen Anzug an Bade- oder Südsee zu aalen. Es muss ja nicht gleich das geringelte Modell mit Ärmelchen und kurzen Beinen sein, wie es Anfang des 20. Jahrhunderts getragen wurde! Wenn wir bei „Baywatch“ eines gelernt haben, dann doch das: Auch den Badeanzug gibt es in einer knappen Form, der reichlich Sonne an die Haut lässt. So sind aktuell tatsächlich jene Modelle überaus beliebt, die einen hohen Beinausschnitt vorzuweisen haben. Pamela Anderson, olé!

DON’T: der aufblasbare Flamingo

In Mallotze kann man sich mit den Dingern vielleicht noch sehen lassen. Da eben, wo billiger Wein mit Obsteinlage aus dem Eimer gesoffen und die rot gebrannte Birne mit einem Merchandise-Strohhut einer mexikanischen Biermarke abgedeckt wird. Außerhalb der Balearen-Insel haben „witzig“ aufblasbare Tierfiguren allerdings rein gar nichts mehr zu suchen.

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Sieht aus wie Kindergartenausflug an den Badesee: Wer erwachsen ist, sollte aufblasbare Tiere zu Hause lassen.

Sie sehen nicht nur infantil und albern aus – das Thema aufblasbare Tiere wurde in den vergangenen Jahren einfach überstrapaziert. Ständig posiert irgendjemand irgendwo auf einem luftgefüllten Ungetüm, die sozialen Medien sind voll von solchen Bildern. Besonders hoch im Kurs stehen Flamingos und Einhörner, auch Wale, Schwäne und Delfine sind gefragt. Warum stattdessen nicht lieber mal zur traditionellen Luftmatratze greifen? Die Funktion bleibt doch dieselbe: drauflegen, entspannen, treiben lassen. Nur dass man auf dem schlichteren Gummimodell nicht wie ein zu groß geratenes Kindergartenkind aussieht.

DO: das Hamamtuch

Hamamtücher am Badestrand oder Freibad-Pool sind schon seit Jahren ein Thema. Aber man kann es nur immer wieder sagen: Ja, ja, ja, liebe Badegäste, mit dem Hamamtuch trefft ihr die richtige Wahl! Die großformatigen Baumwolltücher sehen nicht nur hübsch aus, sondern sind auch schön groß, lassen sich also perfekt als Liegefläche zweckentfremden oder als kleidsamer Überwurf auf dem Weg zur Freibad-Pommesbude tragen. Besitzer eines Hamamtuchs strahlen auch eine gewisse Kompetenz aus – sie wissen, dass die relativ glatten Baumwolltücher Feuchtigkeit gut absorbieren und zugleich in der Sonne recht schnell trocknen.

Außerdem sind ihre sachlichen Muster viel eleganter als jedes klassische Strandhandtuch, auf das sich ja allzu oft kitschige Palmenmotive oder grellfarbige Unterwasserwelten verirren. Schlimmer noch: jene Freibadgänger oder Seefans, die sich einfach ein normales Badezimmer-Handtuch in die Badetasche stecken, am besten noch eines von abgenudelten, brettharten Frotteedingern, deren Farbe längst verblasst ist. Solche Teile sollte man eigentlich nicht mal mehr im heimischen Bad benutzen.

DON’T: das Wickeltuch

Klar, es kommt immer mal der Moment, wo man sich am Badesee oder im Freibad schnell was überwerfen will. Weil’s ein bisschen kühl geworden ist, vielleicht weil man einen Cocktail an der Strandbar trinken oder ein Wassereis vom Kiosk holen will. Das flatterige Wickeltuch mit kunterbunten Sommermustern aber ist keine zeitgemäße Wahl!

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Das Sonnendeck auf der Aida: Hier kann man sich Geschmacklosigkeiten wie das Wickeltuch gut vorstellen.

Egal ob betont lässig um die Hüfte gebunden oder kunstvoll zum pseudo-spontanen Strandkleid um die Brust drapiert: Das Wickeltuch sieht immer ein bisschen altbacken aus – auf dem Aida-Kreuzfahrtschiff kann man sich so vielleicht noch blicken lassen, aber bitte nicht an einem schönen Berliner Badesee. Schnell mal das große T-Shirt über den Bikini gezogen, eben mal das Hemd vom Boyfriend ausgeliehen, ein Handtuch nonchalant über die Schulter gehängt – es gibt eben viele Möglichkeiten der schnellen Bedeckung, die eben nicht nach Rentnerin auf Reise aussehen.