Tusch! Dieser Lack kommt ohne Petrochemie und Tierversuche aus. Hier in der in der Farbe „Mandarin Red“ als Limited Edition von Gitti x Ivy & Oak.  
Foto: Gitti/Linda Ambrosius

Berlin - Zwei ausdrücklich präzise gemalte Felder Rot im Gesicht – und schon fühlt man sich für die drohende Steuererklärung, den Elternabend oder auch nur für die morgendliche Tramfahrt ins Büro besser gewappnet. An der aktuellen Krise jedoch scheitert der Lippenstift komplett: Was man sich davon nicht in die Mundschutzmaske schmiert, verteilt sich über die untere Gesichtshälfte. Was dann so aussieht, als habe man wild geknutscht. Schwieriger Look in Corona-Zeiten.

Angereichert mit Vitamin C, E und Provitamin B5, schaden Gitti-Nagellacke weder den Nägeln noch der Natur. Hier in Farbe No.15 Lavendel.
Foto: Gitti/Linda Ambrosius

Dabei würde es genau jetzt guttun, sich emotional ein wenig aufzurüsten. Hier kommen nun die Nagellacke von Gitti ins Spiel. Wobei, es sind eben keine Lacke, sondern vielmehr Nagelfarben: Die Formulierung besteht zu 55 Prozent aus Wasser, das die üblichen petrochemischen Lösungsmittel ersetzt (die komplette Rezeptur findet sich auf dem Website gittibeauty.de). Auch sonst wird auf potenziell schädliche Inhaltsstoffe verzichtet, die viele herkömmliche Nagellacke zum Fall für die Schadstoffentsorgung machen. 

Nun klingt die Idee, vegane, tierversuchsfreie und geruchsneutrale Farbe für Nägel anzubieten derart sinnvoll und zeitgemäß, dass man sich fragt, warum es nicht längst viel mehr davon gibt, gerade im so startup-freundlichen Berlin. Mögliche Erklärung: In Gitti stecken anderthalb Jahre reine Entwicklung. Für die Rezeptur arbeitet die Marke mit einem zertifizierten Labor in Frankreich zusammen, das als einziges das entsprechende Know-how mitbrachte. Zweite Erklärung: Man muss von seiner Vision, ein umweltfreundliches und zugleich funktionierendes Schönheitsprodukt zu schaffen, schon so überzeugt sein wie Gitti-Gründerin Jennifer Baum-Minkus.

Gitti No. 05 Hellgrau ist das neue Ballettschuh-Rosa: passt zu jedem Hautton, in jede Jahreszeit, zum T-Shirt wie zum Abendcape.
Foto: Gitti/Linda Ambrosius

Dabei deutete nichts darauf hin, dass sie in der Beautybranche landen würde: Studium der Medienwirtschaft, dann Konzernkarriere bei Henkel und Coca-Cola. So hätte es weitergehen können, hätte ihr bei einem Essen nicht jemand die Frage gestellt, was sie machen würde, wenn sie vor absolut nichts Angst hätte. Ihr spontaner Gedanke „Glitzernagellack“ kam ihr verrückt genug vor, um ihn zielstrebig weiterzuverfolgen.

Glitzer gibt es bei Gitti heute zwar nicht, dafür etwa ein sattes Feuerrot, klassische Koralle, Mokka, Salbei oder Lavendel. Für jeweils rund 18 Euro pro Fläschchen.

Damit die Farbe deckt und hält, bedarf es einer Umgewöhnung beim Benutzen: Statt gleich dick aufzutragen, wird empfohlen, zwei sehr dünne Schichten zu pinseln und den Lack dazwischen vollständig trocknen lassen. Dann mit dem Top Coat der Marke versiegeln und die Hände mindestens zwei Stunden lang nicht mit heißem Wasser waschen. Das klingt erstmal aufwendig. Bis einem einfällt: Zwei Stunden keine Hände waschen – was für ein irrer Luxus.

Preis: 17,90 Euro pro Nagellack. Zu bestellen im Online Store: www.gittibeauty.de