Starke Brauen, starke Personality: Cara Delevingne hat sich als Model und Schauspielerin einen Namen gemacht. Immer wieder stößt sie auch gesellschaftliche Debatten an.
Foto: Imago Images

Los AngelesZuletzt sah man Cara Delevingne in „Carnival Row“, einer üppig-düsteren Fantasyserie mit viktorianischen Anleihen und Steampunk-Elementen. Die 27-jährige Britin spielt darin die Fee Vignette, eine unermüdliche, bisweilen wütende Freiheitskämpferin. Rastlos und rebellisch ist Delevingne, deren Karriere vor zehn Jahren als Model begann, auch im wahren Leben. Ausgestattet mit einem enormen Selbstbewusstsein und mit einer Schönheit, die sich nicht in üblichen Normen erschöpft. Dank Delevingne konnten Frauen die Pinzette beiseite legen - buschige Augenbrauen waren plötzlich wieder gefragt.

Doch Beauty-Debatten muss man mit der gebürtigen Londonerin nun wirklich nicht führen, wahrscheinlich würde sie an dieser Stelle bereits ihren herrlich genervten Blick auspacken. Klar, Delevingne ist als Model berühmt geworden, sie war die Werbeikone von Burberry, die Muse von Karl Lagerfeld, das Gesicht des Jahres 2012 von Chanel.

Doch schon vor fünf Jahren gab sie bekannt, dass sie das Modeln aufgeben wolle, da dieser Beruf sie krank gemacht habe. Seither ist die Schauspielerei ihr Ding – und die gesellschaftliche Provokation. Mit „Stop labelling, start living“ ist ihr 44 Millionen Follower schweres Instagram-Profil überschrieben: Wieso bloß muss man auf alles ein Etikett draufkleben, warum kann man nicht einfach leben?

An manchen Tagen fühle ich mich weiblicher. An anderen fühle ich mich eher wie ein Mann.

Cara Delvingne im US-Magazin Variety

Diese Frage bezieht sich bei Delevingne, die immer wieder für LGBTQ-Rechte eintritt, vor allem auf Geschlechterzugehörigkeiten und ihre eigene sexuelle Orientierung. In einer „Pride“-Sonderausgabe des US-Magazins Variety gibt die 27-Jährige, die bis vor kurzem mit ihrer Schauspielkollegin Ashley Benson liiert war und sich selbst als bisexuell bezeichnet hatte, ein kleines Update. „Meine Gefühle ändern sich ständig. An manchen Tagen fühle ich mich weiblicher. An anderen Tagen fühle ich mich eher wie ein Mann.“

Sie sei pansexuell, fügt sie hinzu, und liefert auch gleich die Erklärung mit, was das für sie bedeutet: „Ich verliebe mich in eine Person. Ich fühle mich zu einem Menschen hingezogen.“ Dabei sei es ihr völlig egal, wie sich ihr Gegenüber definiere, ob als Frau, Mann oder nichtbinär. Geschlechter und Geschlechtsidentitäten spielten keine Rolle. 

Nun kann man sicher sein, dass diese Aussagen schon allein wegen Cara Delevingnes Bekanntheit einigen Nachhall erzeugen werden – und dass sie im besten Fall auch jungen Menschen dabei helfen, ihren eigenen Weg zu gehen, selbst wenn es nicht der übliche, von allen erwartete ist.