„Casa del Salto“: Das ist das unheimliche Geheimnis dieses alten Luxus-Hotels

Was für ein gruseliger Ort: Etliche Mythen ranken sich um das ehemalige Luxushotel „La Casa del Salto del Tequendama“, das heute ein Museum ist. Es befindet sich in dem Ort San Antonio del Tequendama rund 56 Kilometer von Kolumbiens Hauptstadt Bogotá entfernt.

Schon seine Lage prädestiniert das sogenannte  „Hotel del salto“ als möglichen Schauplatz für Horror-Geschichten. Es liegt an einer Klippe direkt am Wasserfall „Salto del Tequendama“; die Gischt steigt aus der Schlucht bis zu dem einstigen Hotel empor, das eine unheimliche Vergangenheit hat.

Etliche Menschen stürzten sich hier in den Tod

In den goldenen 1920er Jahren erbaute sich der Architekt Carlos Arturo Tapias das Anwesen, das er später in ein Hotel umwandelte. Es war ein „Symbol der Freude und der Eleganz“ der zwanziger Jahre, schreibt Colombia Reports. Die kolumbianische Elite ging hier ein und aus.  In den 1990er Jahren wurde das Anwesen jedoch aus ungeklärten Gründen verlassen.

Etliche Menschen sollen sich hier in den vergangenen Jahrzehnten in den Tod gestürzt haben, wie das lateinamerikanische Medium Telemetro berichtet.  Die von einem Journalisten aus Bogotá betriebene Seite „Civico“ nennt es sogar „das Suizid-Hotel“.

Ein verhexter Ort?

Demnach geschah hier Mitte des letzten Jahrhunderts fast jeden Tag ein Suizid. So entstanden Geschichten und Legenden von Widergängern und Gespenstern, die die Region und das Hotel del Salto heimsuchten. Die Geister derjenigen, die ihrem Leben selbst ein Ende bereitet hatten, müssten noch lebendig sein, so glaubte man. Auch heute noch scheinen manche davon auszugehen, dass der Ort verflucht ist. So lautet die Überschrift des  Telemetro-Artikels auch: „Das ‚Hotel del Salto‘ ist verhext“.

18-jährige Tote, flüsternde Nonnen

Mado Martínez, eine spanische Schriftstellerin hat in ihrem Buch „Übernatürliches Kolumbien“ die Geschichten der Menschen zusammengetragen, die an dem Wasserfall in 157 Metern in den Tod sprangen, wie Civico berichtet. So soll etwa eine 18-Jährige namens María sich hier aus Liebeskummer das Leben genommen haben.

Die Autorin hat auch mit den Menschen gesprochen, die glauben dort Geister gesehen zu haben. Ein Augenzeuge etwa berichtete ihr von einer flüsternden Nonne, die auf seine Fragen, was sie dort mache, nicht antwortete und plötzlich im Dunkeln verschwand.

Stinkende Wassermassen

Zu den unheimlichen Legenden rund um das Hotel dürfte auch der Zustand des Rio Bogotá beigetragen haben, dessen Wassermassen dort die Klippen hinunterstürzen. Der Fluss war zeitweise so verschmutzt, dass es an der Stelle erheblich gestunken haben muss. Wohl ein Grund, warum das Anwesen verlassen wurde und zwischenzeitlich leer stand.

Im Jahr 2012 erklärten eine Universität und eine Stiftung, sie wollten das ehemalige Hotel in ein Museum verwandeln. Die kolumbianische Tageszeitung „El espectador“ berichtete damals, es gehe den Initiatoren auch darum, seine „gespenstische Wahrnehmung“ zu verändern und das mythenumrankte Hotel in einen „Ausstellungsort für wissenschaftliche und kulturelle Studien zu verwandeln“. Inzwischen ist das  Museum „Casa Museo Salto de Tequendama Biodiversidad y Cultura“ eröffnet. Die gespenstische Atmosphäre, die das ehemalige Hotel, umgibt, scheint allerdings noch nicht ganz verschwunden zu sein. (rer)