BerlinNach dem ersten Lockdown im März schrieb mir ein Freund, er habe während dieser Zeit ein ganz unvergessliches Fest gefeiert: die silberne Hochzeit seiner Eltern. Und zwar mit einem wirklich wunderbaren Sternemenü. Die Gäste waren dabei in der ganzen Stadt verteilt. Skype machte es möglich: Alle hatten sich dasselbe Menü ins Haus bestellt und zeitgleich Gang für Gang gemeinsam, über den Bildschirm verbunden, gegessen. Der Freund meinte, es sei in mancher Hinsicht sogar ein intensiveres Erlebnis gewesen als frühere Familienfeiern – über die wir ja, wenn wir ehrlich sind, sonst viel jammern. Dieses Jahr allerdings wären wir froh, wenn wir live die immer gleichen Fragen der Tante, den langweiligen Cousin, den mäkeligen Freund ertragen dürften.

Dass alle zusammensitzen könnten, das wünsche ich mir an diesen seltsamen Festtagen, weshalb ich häufig an die Geschichte meines Freundes denken muss. Sie gibt Hoffnung und beweist, was dank digitaler Technik und kreativer Gastronomen möglich ist: getrennt sein und trotzdem gemeinsam feiern. Und die Geschichte zeigt auch, dass das Erlebnis ein besonderes Bewusstsein für den Wert von Gemeinschaft schafft. So ein Fest via Skype wird im Gegensatz zu so manchem Fest davor sicherlich in Erinnerung bleiben. Falls Sie und Ihre Liebsten sich also zum gemeinsam-getrennten Festmahl verabreden wollen, habe ich den perfekten Tipp. Schließlich ist richtig gutes Essen eine Voraussetzung für gelungene Gemeinsamkeit während der Feiertage.

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