Berlin - „Mein Garten soll möglichst wenig Arbeit machen“, das höre ich oft von Klienten. Wahrscheinlich gibt es genau aus diesem Grund unzählige Tutorials und Bücher, die sich mit pflegeleichten Gärten beschäftigen. Ich verstehe (und teile!) diesen Drang zum Weniger, wenn es um stumpfe Repetition geht. Und doch: Es hilft, erst einmal zu klären, was eigentlich als ein Garten bezeichnet werden kann. Die geläufige Definition spricht von einem abgegrenzten Stück Land, in dem Pflanzen kultiviert, also gepflegt, werden. Das allein sagt schon aus, dass es so ganz ohne Arbeit wohl nicht zu machen ist. 

Zum weiteren Verständnis hilft uns ein Ausflug ins Philosophische. Wer sich einmal mit Hannah Arendt und ihren Thesen zur Vita activa vertraut gemacht hat, der weiß, dass die große Denkerin alle menschliche Tätigkeit in eine dreistufige Hierarchie gegliedert hat – in das Arbeiten, das Herstellen und, oben an der Spitze, das Handeln. „Arbeit“ stellt hier die notwendige, ständig zu wiederholende Tätigkeit dar, die keinen per se dauerhaften Zustand erschafft – wie etwa die tägliche Nahrungsaufnahme (inklusive der Herstellung der Nahrung, also das Kochen), das Waschen und so weiter. Das „Herstellen“ verkörpert alles, was mit einem gewissen Bestand und zeitlicher Dauer verbunden ist. Das „Handeln“ schließlich ist die höchste Ebene, auf der man etwas aktiv neu beginnen oder grundlegend verändern kann.

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