Sydney - Die Welt ist heute so unsicher wie nie zuvor im letzten Jahrzehnt. Das ist die traurige Erkenntnis aus dem Global Peace Index (GPI) 2018. Die Analyse zum weltweiten Friedens-Niveau ist bereits zum zwölften Mal vom „Institute for Economics and Peace“ (IEP) veröffentlicht worden.

Das Institut mit Sitz in Sydney bewertet 163 Staaten danach, wie hoch das Niveau der sozialen Sicherheit in den Ländern ist, misst das Ausmaß nationaler und internationaler Konflikte und den Grad der Militarisierung.

Weltweite Friedensniveau hat sich verschlechtert

Insgesamt habe sich das Niveau des weltweiten Friedens im Verlauf des Jahres 2017 um 0,27 Prozent verringert, schreiben die Studienautoren. Zwar hätten sich 71 Staaten im Ranking verbessert, 92 jedoch verschlechtert.

„Der GPI von 2018 zeigt eine Welt, in der die Spannungen, Konflikte und Krisen, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind, insbesondere im Nahen Osten, ungelöst bleiben, was zu einem allmählichen, anhaltenden Rückgang der Friedfertigkeit führt“, bilanzieren die Autoren.

Deutschland fällt auf Platz 17

In Europa, der sichersten Region der Welt, haben seit 2008 sogar 61 Prozent der Länder an Friedfertigkeit eingebüßt. Im vergangenen Jahr habe der zunehmende Nationalismus in Westeuropa für ein schlechteres Abschneiden vieler Länder gesorgt, heißt es in der Studie.

Wer Deutschland in den Top Ten vermutet, liegt falsch. Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Bundesrepublik von Rang 16 auf 17. Vor Deutschland liegen Länder wie Tschechien (Platz 7) und Slowenien (Platz 11). Ein Grund für das relativ schlechte Abschneiden der Bundesrepublik: Deutschland ist der Analyse zufolge neben den USA, Russland, Frankreich und China für 75 Prozent der Waffenexporte weltweit verantwortlich. Die USA landen sogar nur auf Platz 121 des Friedens-Rankings, Russland auf Rang 154, Frankreich auf Platz 61 und China auf Rang 112.

Das friedlichste Land der Welt ist – wie seit zehn Jahren –  Island, das keine Armee hat. Außerdem in den Top Fünf: Neuseeland, Österreich, Portugal und Dänemark. Sehr große Einbußen musste Spanien hinnehmen, das aufgrund des Katalonien-Konflikts und dem Anstieg des Terrorismus um zehn Plätze auf Rang 30 fiel.

Syrien bleibt das traurige Schlusslicht

Das fünfte Jahr in Folge bleibt Syrien das traurige Schlusslicht des Rankings (Platz 163). Zu den gefährlichsten Ländern gehören außerdem Afghanistan (Platz 162), der Südsudan  (Platz 161), Irak (Platz 160), und Somalia (Platz 159).

Das sind der Studie zufolge die 20 friedlichsten Länder der Welt:

Alle weiteren Ergebnisse der Studie finden Sie hier. (rer)