EuropaRumms. „Merde!“, flucht Pierre und hält sich den Kopf. Schon wieder unter Deck gestoßen. Sein Kamerad Gerard lacht und zeigt sich triumphierend auf seine Kappe. Pierre versteht nicht. Gerard wackelt mit dem Kopf, auf seinem Haupt hüpft eine Quaste. Eine Art Pompon. Da dämmert es Pierre: Gerard hat einen Stoßdämpfer an seiner Kopfbedeckung. „Habe ich mir beim Landgang in Marseille besorgt“, ruft er heiter und verschwindet Richtung Backbord. Verdammt, denkt Pierre, sowas muss ich auch haben.

Diese Geschichte ist natürlich Fiktion. Aber sie illustriert eine Legende, die erzählt, wie sich die Bommel ihren Weg auf die Köpfe französischer Matrosen bahnte. Demnach schützte sie die Besatzung vor Beulen im beengten Schiffsrumpf, wo die Decken bekanntlich tiefer hängen. Frühe Zeugnisse belegen eine amtliche Einführung dieser „Bommelmützen“ bei der Marine bereits um 1800 herum. Zwischenzeitlich variierte der Pompon in Größe, Form und Farbe. Zuletzt war er mittelgroß und knallrot. Bis heute ist die weiße Kappe mit roter Bommel Bestandteil traditioneller Marineuniformen, die man auf Märschen in Frankreich immer wieder zu Gesicht bekommt.

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