Berlin - Einem klassischen Klaus-Haapaniemi-Moment werde ich wahrscheinlich nie näher kommen als in jenen 20 Sekunden mit der Schnee-Eule. Das Ganze liegt drei oder vier Jahre zurück, so genau weiß ich es nicht mehr, doch von der Begegnung selbst steht mir jedes Detail noch deutlich vor Augen. Es war an einem grauen Wintertag; ich hatte gerade die Luchs-Skulptur in einem Hamburger Park passiert, da saß sie plötzlich vor mir in einem Baum. Dichtes, schneeweißes Gefieder mit schwarzen Sprenkeln darin und große, klare Augen wie aus Bernstein – eine absolute Schönheit. Die Eule hatte mich im gleichen Moment gesehen wie ich sie, ihr Blick schien zu sagen: „Nee, oder?“ Ein paar Sekunden starrten wir uns an, beide reglos, dann schwang sie sich auf und flog davon, keineswegs hektisch oder gar panisch, sondern mit ruhigem, kraftvollem Flügelschlag, fast lautlos und unglaublich souverän.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.