Tisch DL5 Neo (ab 2.300 Euro) und Faber- Hocker in der neuen Farbe Lichtgrau sowie in Signalweiß und Reinrot.
Foto: Stefan Höderath

Berlin-SchönebergIm Design steht das Dreieck aufgrund seiner Form für Gleichgewicht. Wie bringt man also eine Möbelmarke, die von drei Brüdern gegründet wurde, in die Balance? Indem jeder eine Seite übernimmt. Julian Loehr, mit 33 der Jüngste in Familie und Team, steht für das Design. Der 37-jährige Leon kümmert sich um Vertrieb und Controlling. Während David, 41, neben der Produktentwicklung für die strategische Ausrichtung der Marke zuständig ist.

Auf diesem Fundament schaffen die Loehrs eine Kollektion von Möbeln, die so reduziert wie ausgeklügelt sind. Sie sollen Räume vervollständigen statt sie zu dominieren. „Unsere Entwürfe stehen immer auch im Kontext der Architektur, dieser Gedanke ist oft sogar ausschlaggebend für eine Idee“, sagt David Loehr. „Uns interessiert die Uneindeutigkeit von Raum, die Grenze von Privatem und Öffentlichem, das Verschmelzen von Arbeit und Wohnen.“ So nennt er den Hocker JL1 Faber als Beispiel eines markanten Einzelstücks für den Privatbereich. In großer Menge, farbig lackiert oder in der Barhocker-Variante, könne er „aber auch einen weitläufigen, möglicherweise öffentlichen Raum erschließen“.

Definitiv ein Hingucker: Hocker JL1 Faber in Zinkgelb, um 515 Euro.
Foto: Stefan Höderath

Neben dem Hocker umfasst die Kollektion Bänke, Tische und Sessel, die aus Stahl, Massivholz und MDF gefertigt werden. Keine große Palette, aber eine durchdachte, die sich seit den Anfängen der Marke herausgebildet hat. 2012 wurde sie gegründet, als sich Julian Loehr noch im Studium befand und die zwei älteren Brüder in anderen Berufen tätig waren. 2015 folgte ein erstes Atelier in Moabit, 2019 dann der Umzug nach Schöneberg.

Immer begleitet wurden sie dabei vom Faber-Hocker, gefolgt vom Sessel DL2 Euclides. Die Weiterentwicklung aller Stücke geschehe „minimalinvasiv“ und mit dem Ziel, den Möbeln immer mehr Flexibilität zu geben. Für diesen Sommer haben die Loehrs ihr Sortiment nun um die Farben Lichtgrau, Lavendel, Graubraun und Orange erweitert. Ebenfalls hinzugekommen ist der Möbelstoff Atlas, eine Melange-Webung, die die dänische Textildesignerin Margrethe Odgaard für Kvadrat entworfen hat. In den sacht-sachlichen neuen Tönen wirken die schnörkellosen Loehr-Konstruktionen noch leichter.

Die Brüder hinter dem avantgardistischen Möbeldesign: David, Julian, und Leon Loehr (v. li.).
Foto: Stefan Höderath

Bei den Materialien bestehen die Brüder auf ökologischer Vertretbarkeit und kurzen Lieferstrecken. In ihrem Webshop dokumentieren sie detailreich, von wem und woraus jedes Stück gefertigt wurde. „Uns ist es enorm wichtig, dass die Partner unseren Anspruch in Material-, Verarbeitungs- und Oberflächenqualität teilen und unsere Ideen mittragen“, sagt David Loehr. „Es war nicht leicht, die richtigen Betriebe zu finden. Heute produzieren wir in Thüringen, Sachsen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern.“ Das L1-Newton-Regal wird sogar komplett in Berlin gefertigt.

Was das typisch Berlinerische an der Marke der drei gebürtigen Hamburger sei, will man am Ende noch von David Loehr wissen. „Für uns ist der Stil dieser Stadt eine Mischung aus Improvisation, Rohheit und intellektueller Avantgarde“, kommt die Antwort prompt. „Dazu ein künstlerischer, fast glamouröser Ausdruck. In sich kontrastierend, aber das ist genau der Punkt: Design muss anecken und darf nicht zu gefällig sein.“


Hocker JL1 Faber ab 515 Euro; Sessel DL2 Euclides ab 2400 Euro; Tisch DL5 Neo ab 2300 Euro. Erhältlich über loehr.co und nach Terminvereinbarung per Mail an visit@loehr.co oder telefonisch unter +49 30 2000 38 650 im Schöneberger Showroom.


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