„Ist die Stadt offen und tolerant?“„Ist es finanziell erschwinglich, ein gutes Leben zu führen?“ Und: „Kann man in der Stadt Spaß haben?“ Diesen Fragen ist die Wohnungsvermittlung Nestpick in ihrer neuen Studie über die besten Städte für die sogenannten Millenials nachgegangen. Die Generation Y hat demnach andere Erwartungen an einen Ort als die Generation X oder die Babyboomer. Ihr Streben nach Selbstverwirklichung und Sinn schlägt sich bei den 20- bis 35-Jährigen auch in der Wahl des Wohnorts nieder, so die Annahme der Autoren.

110 Städte weltweit bewertet

Insgesamt wurden 110 Städte weltweit in den Kategorien Wirtschaft, Grundbedürfnisse, Offenheit und Toleranz sowie Erholung bewertet, die jeweils in diverse Unterpunkte unterteilt waren. In jeder dieser Kategorien – wie Startups, Nachtleben oder kulinarisches Angebot –  konnte insgesamt eine Bestnote von 10 Punkten erreicht werden.

Dabei wurden je nach Kategorie unterschiedliche Daten zur Bewertung hinzugezogen. Die Punktzahl in der Rubrik Beschäftigung basiert etwa auf den Daten zur Arbeitslosigkeit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), des Statistischen Amtes der Europäischn Union (Eurostat) und des US-Außenministeriums. Eine hohe Punktzahl bedeutet hier, dass die Arbeitslosigkeit sehr niedrig ist. In der Kategorie Wohnraum stützt sich das Ranking auf die durchschnittliche Miete einer 39 Quadratmeter großen Wohnung gemäß dem Nestpick-Index für möblierte Wohnungen.

Das sind dem Ranking zufolge die besten Städte für Millenials:

Berlin, Deutschland: 7,14 Punkte

Berlin landet mit 7,14 von insgesamt 10 Punkten auf Platz eins des Rankings und liegt damit vor Städten wie New York oder London. Die beste Punktzahl, also 10 Punkte, ergattert die deutsche Hauptstadt in – wen wundert es – der Kategorie Nachtleben. Auch als LGTB-freundlich kann Berlin mit 9,7 Punkten überzeugen. Enttäuschend ist dagegen das Ergebnis in der Rubrik Gesundheit mit nur 3,9 Punkten, wobei sich die Punktzahl auf Daten der Weltgesundheitsorganisation stützt, die die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt ermittelt.

Montreal, Kanada: 7,10 Punkte

Knapp hinter Berlin auf Platz zwei: Montreal. Die kanadische Stadt kann mit 9,9 Punkten insbesondere in der Kategorie „Toleranz gegenüber Immigranten“ überzeugen. Schlecht schneidet sie dagegen im Nahverkehr-Ranking mit nur 3,6 Punkten ab.

London, Großbritannien: 6,71

London landet auf Rang drei der Millenial-Studie und punktet insbesondere mit seinen Universitäten (10 von 10 Punkten). Auch im Startup- und Tourimus-Ranking schneidet die englische Metropole sehr gut ab (je 9,8 Punkte). Dagegen gab es in den Rubriken Essen (2,2) und Bier (2,5) schlechte Bewertungen, da beides in London verhältnismäßig teuer ist. Noch schlechter steht der Wohnungsmarkt mit nur 0,5 Punkten da.

Amsterdam, Niederlande: 6,63

Die persönliche Freiheit ist in Amsterdam besonders wichtig: In dieser Kategorie schafft die Grachtenstadt 10 von 10 Punkten. Schlecht sieht es dagegen auf dem Wohnungsmarkt aus, der lediglich 0,6  Punkte erhält.

Toronto, Kanada: 6,60 Punkte

Auch in Toronto wird – wie in Montreal – die Toleranz gegenüber Immigranten großgeschrieben, was der größten Stadt Kanadas 9,9 Punkte einbringt. Schlecht sieht es dagegen für Biertrinker aus: Sie müssen hier tiefer in die Tasche greifen (3,6 Punkte).

Vancouver, Kanada: 6,34 Punkte

Und noch einmal Kanada: Das nordamerikanische Land scheint für Millenials sehr geeignet zu sein. Vancouver schafft sein bestes Ergebnis wie die beiden anderen kanadischen Städte in der Rubrik „Toleranz gegenüber Immigranten“ (9,9 Punkte). Der Nahverkehr schneidet mit 2,4 Punkten jedoch schlecht ab.

Barcelona, Spanien: 6,31 Punkte

Die katalanische Hauptstadt räumt im „Festival-Ranking“ mit 9,6 Punkten ab. Schlecht steht es dagegen um den Arbeitsmarkt– in der Kategorie „Jobs“ gibt es nur 2,9 Punkte.

New York, USA: 6,25 Punkte

New York hat es also doch unter die Top Ten geschafft. Die US-Metropole punktet in der Kategorie Startups mit der Bestnote, 10 Punkten. Traurig sieht es mit 0,1 Punkten aber auf dem Wohnungsmarkt aus.

Köln, Deutschland: 6,17 Punkte

Gleich hinter New York landet die rheinische Gemütlichkeit auf Platz neun. Damit ist Deutschland gleich zwei Mal unter den Top Ten vertreten. Köln erhält die beste Punktzahl für seine LGTB-Freundlichkeit mit 9,4 Punkten. Das schlechteste Ergebnis, 1 Punkt, gibt es für die Rubrik „Universitäten“.

Manchester, Großbritannien: 6,12 Punkte

Manchester belegt Rang zehn, womit auch Großbritannien zwei Mal in den Top Ten vertreten ist. In der Kategorie „Zugriff auf Verhütungsmittel“ erzielt die nordenglische Stadt mit 9,5 Punkten  ihr bestes Ergebnis.  Nur 3,2 Punkte erhält Manchester in Sachen „Startups“.

Hamburg, Deutschland: 6,10 Punkte

Nicht mehr in die Top Ten aber immerhin auf Platz elf hat es immerhin Hamburg geschafft. Damit liegt die Hansestadt vor Städten Paris (Platz 15), San Francisco (Platz 13) oder Lissabon (Platz 18). Dass man in Hamburg sehr gut feiern kann, wird mit 9,3 Punkten honoriert. Schlecht schneidet Hamburg in den Rubriken Universitäten (1 Punkt) und Tourismus (0,8 Punkte) ab, wobei die Punktzahl sich in dieser Kategorie zu 85 Prozent aus der Gesamtzahl der Touristen und zu 15 Prozent aus der Anzahl der Touristen pro Einwohner zusammensetzt. (rer)