Valérie und Caroline Hebel, Großvaters Seesack inspirierte die Zwillingsschwestern dazu, im Jahre 2013 das Label "Marin et Marine" zu gründen.
Foto: Laura Tran

Berlin-NeuköllnSchon der Name trägt einen fort: „Marin et Marine“, das klingt nach weitem Blau und frischer Brise. Übersetzen lässt es sich sowohl mit Meer und Marine, aber auch mit Seemann und Seefrau. In diesem Fall gibt es noch eine weitere Bedeutung: Marine ist der zweite Vorname von Caroline Hebel, die zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Valérie hinter der gleichnamigen Taschenmarke steht.

Gegründet haben die Halbfranzösinnen ihr Label 2013, mit dieser unverkennbaren Berliner Mischung aus Eigenbedarf und Erkennen einer Marktlücke, Zeitgeistgespür und Hauruck-Spirit. „Wir entwarfen uns selbst einen Seesack, der an den unseres Großvaters angelehnt war“, erzählt Caroline Hebel. „Er sollte einfach, originell und praktisch sein. Dabei wurde irgendwann beschlossen, die Stoffe selbst zu färben, um eigene Nuancen zu erhalten.“ Ab der ersten Tasche stand für die Hebels, deren französischer Teil der Familie aus der Bretagne kommt, fest: Sie würden mit kleinen Betrieben, nachhaltigen Materialien und kurzen Transportwegen arbeiten.

„Eine Produktion im Ausland wäre einfacher und günstiger gewesen“, sagt Caroline. „Wir wollten aber den gesamten Produktionsprozess überblicken. Zumal wir bei deutschen Herstellern mal mehr, mal weniger bestellen können. Während im Ausland immer gleich große Stückzahlen abzunehmen wären.“ Ihre Stofftaschen lassen sie heute von einer Manufaktur in Süddeutschland herstellen, die Ledertaschen werden in Kreuzberg angefertigt. Rohstoffe wie Bio-Baumwolle und pflanzlich gegerbtes Leder kommen aus Frankreich und Deutschland. Zum Original-Seesack kamen mit der Zeit auch eine Bucket Bag, ein Shopper und eine Bauchtasche hinzu. „Es gibt nur noch wenige Betriebe in Deutschland und Umgebung, die nach unseren Vorstellungen produzieren.“

Die Bucket Bag in der Lederfarbe Cognac: Handgefertigt in einer Traditionsmanufaktur in Berlin, um 195 Euro. Pflegetipp: Bienenwachs hält das Leder weich und wasserabweisend.
Foto: Apricotberlin

Doch, so ergänzt Caroline Hebel, seit ihrer Gründung stellen die Schwestern fest, dass auch immer mehr große Labels den Weg zurück zur lokalen Produktion finden.

Im Kern ist Marin et Marine nach wie vor ein Zwei-Frauen-Unternehmen. Was gut funktioniert, denn: „Wir haben das gleiche Tempo und einen ähnlichen Geschmack.“ Caroline Hebel, gelernte Grafikdesignerin, arbeitet am Onlineshop, während Valérie die Produktion managt. Am Design der Taschen sind beide beteiligt, ebenso an den Werbebildern und dem gesamten Look der Website. Auch das irgendwie typisch Berlin.

„Man kommt in dieser Stadt an und kennt sofort Leute, die Marken gründen und sich selbständig machen – das spornt an“, erinnert sich Caroline Hebel an die Anfänge. „Und auch wenn man erst zig Nebenjobs hat, man muss sich vor niemandem rechtfertigen. In anderen Städten mussten wir uns erklären. In Berlin wurden wir mitgerissen.“

Marin et Marine. Die neue Bucket Bag in Cognac kostet 195€ und ist ab 28. August im Onlineshop von Marin et Marine vorbestellbar. Sie wird ab Ende September ausgeliefert. Alle weiteren Modelle sowie eine Kleiderauswahl des französischen Labels Sessun gibt es unter marinetmarine.com


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