Der neue Porzellanteller aus der Fornasetti-Serie „Tema e Variazioni“ zeigt das Gesicht der Marke mit il tricolore. Er kostet 190 Euro, die Einnahmen gehen an die Hilfsorganisation CBM Italia.
Foto: Fornasetti

MailandFornasetti-Fans werden dieses Gesicht auch maskiert erkennen: Es gehört der legendären Belle-Époque-Sopranistin Lina Cavalieri, die den Mailänder Künstler Piero Fornasetti einst zu unzähligen Motiven auf diversen Einrichtungsgegenständen inspirierte. Mit viel Fantasie und vor allem Humor verhalf er der Diva posthum zu einer zweiten Welle der Berühmtheit, die bis heute anhält. Auch weil sie durch seinen ebenfalls hochkreativen Sohn Barnaba mit immer neuen Editionen lebendig gehalten wird.

Das neueste Motiv, auf dem La Cavalieri einen Mundnasenschutz mit der italienischen Flagge trägt, entstand in der Zeit des italienischen Corona-Lockdowns. Es war zunächst nur ein Bild, das Fornasetti in der Kommunikation mit Partnern, Kunden und Freunden benutzte. Die Idee, die maskierte Diva auf einen Teller zu bringen, kam mit dem enthusiastischen Feedback auf das Motiv, das so überraschend wie treffend, so ernst und gleichzeitig optimistisch ist – und sich in typischer Fornasetti-Manier augenzwinkernd geschmeidig statt plump in die Zeitstimmung einfädelt.

„In diesen Zeiten müssen wir alle dankbar für die Kraft sein, die Kreativität inne wohnt“, kommentiert Barnaba Fornasetti selbst die Edition. „Ihre Ideen erhellen unseren Alltag und sie sorgt dafür, dass wir uns lebendig fühlen.“

Dabei belässt er es jedoch nicht, sondern setzt ein wohltätiges Zeichen: Die Erlöse des Verkaufs gehen an die gemeinnützige Organisation CBM Italia (Italienische Christoffel-Blindenmission), die sich um hilfsbedürftige Behinderte in aller Welt kümmert und aktuell Einrichtungen wie das Hospiz in Bergamo oder das Covid-Zentrum in Rozzano unterstützt. 

Eigentlich gibt es den Teller nur in Mailand und London. Über die Harrods-Website kommen wir aber auch von Deutschland aus an das gute Stück heran. Von den 190 Euro, die ein Exemplar kostet, gehen siebzig Prozent an CBM; mit den restlichen dreißig Prozent werden die Unkosten der Herstellung und des Vertriebs getragen. Die Kampagne läuft vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2020.

Wäre noch eine Frage offen: Wo bleiben eigentlich Aktionen wie diese von der heimischen, also der deutschen Luxusindustrie? Umsatzverluste durch die Pandemie zu beklagen und über „enorme Herausforderungen“ zu salbadern, ist eine Sache. Die andere bestünde darin, etwas Konkretes (also auch Finanzielles) für jene zu tun, die von Covid-19 viel schwerer getroffen wurden und werden als wir. Dass das nicht in ästhetischer Peinlichkeit enden muss, dafür steht der neue Fornasetti-Teller.