Köln - Forscher haben zum ersten Mal den parasitären Ratten-Lungenwurm auf Mallorca entdeckt. Der seltene Parasit frisst sich ins Gehirn von Menschen und Tieren und kann tödliche Schäden verursachen.

Forscher warnen vor dem gefährlichen Parasiten

Im Jahr 2018 haben Wissenschaftler den Angiostronggylus cantonensis erstmalig in zwei Igeln auf Mallorca nachgewiesen. Der gefährliche Parasit gilt als äußerst selten, die Entdeckung auf der Baleareninsel ist erst die zweite in Europa.

Anfang der Woche warnten Biologen von der Balearen-Unsiversität in Palma de Mallorca auf einer Pressekonferenz vor den Gefahren, die für Menschen und Tier von dem Ratten-Lungenwurm ausgehen, berichtete die Mallorca Zeitung. Der Parasit, der normalerweise in den Lungen von Ratten lebt, kann bei Infizierten eine tödliche Hirnhautentzündung auslösen. Symptome können unter anderem starke Kopfschmerzen, neurologische Ausfälle und Erbrechen sein. 

Warnung vor dem Verzehr roher Schnecken

Fressen sie den Kot von infizierten Tieren, können auch Schnecken den Wurm aufnehmen. Sie sind damit Zwischenwirte bei der Übertragung auf den Menschen.

Urlauber sollten bei ihrem Mallorcabesuch deshalb unbedingt auf den Verzehr von nicht vollständig durchgebratenen oder gar rohen Schnecken verzichten. In seltenen Fällen können auch Krabben oder Shrimps den Parasiten enthalten. Die bisherigen Infektionen sind jedoch meist auf den Verzehr von Schnecken zurückzuführen.

Auf Hawaii hatte es in den Jahren von 2007 bis 2017 bereits Dutzende Infektionsfälle gegeben. Mehr als 80 Menschen infizierten sich und mindestens neun starben. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Fall eines Australiers zu Teil, der im Rahmen einer Wette eine rohe Schnecke aß und später am Ratten-Lungenwurm starb. (chy)