Von der Autorin verkostet: frische Erbsen mit pochiertem Ei, gebräunter Butter-Miso-Espuma und Sud mit kleinen Herzmuscheln.
Foto: Hinterland

Berlin-Kreuzberg - Ich habe mir oft ausgemalt, wie ich mein eigenes Restaurant nennen würde. Nicht, dass ich davon träume, Gastronomin zu werden. Schon gar nicht in diesen Zeiten. Auch wenn ich die Menschen aufrichtig bewundere, die diesen Schritt gerade jetzt gehen und sowohl genug Leidenschaft als auch den nötigen langen Atem haben, um in diesem harten Metier zu bestehen.

Mir reicht es, mit möglichen Restaurantnamen im Kopf zu jonglieren. Diese sind oft dem Zeitgeist verpflichtet. So standen im 19. Jahrhundert offensichtlich Namenskombinationen mit „Krone“, „Adler “oder „Post“ hoch im Kurs. Um die 150 Gasthöfe und Hotels „Zur Post“ gibt es bis heute deutschlandweit. Es ist noch immer der häufigste Name, weil geschäftstüchtige Leute ihre Verpflegungsorte und Unterkünfte bereits in der Renaissance entlang der Knotenpunkte für Brief- und Warenverkehr gründeten. Dabei spielte das, was heute Marketing heißt, schon damals eine Rolle: Wer Adler oder Krone im Namen trug, wollte nichts anderes als eine Nähe zu Wappentier und Königshaus suggerieren, die in den seltensten Fällen wirklich existierte.

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