Gerade einmal 18 Quadratmeter stehen den Gästen zur Verfügung – und trotzdem hat dieses Tiny House alles, was es für ein ausgedehntes Erholungswochenende braucht: Das Berliner Hospitality-Start-up Raus stellt seine neue Cabin vor. Es ist die fünfte Urlaubshütte des Unternehmens – wieder bestens ausgestattet, wieder besonders schön gestaltet, wieder Panoramafenster, viel Holz, viel Schwarz. Und trotzdem setzt sich dieses Tiny House von den anderen Raus-Cabins ein bisschen ab.

Zum einen ist da die vorläufige Lage: Während die anderen Häuschen des Berliner Anbieters weit ab vom Schuss irgendwo in Brandenburg liegen – die Hüttennamen „An der Pferdeweide“, „Waldlichtung“, „Weideland“ und „Wildblumenwiese“ geben nur dezente Hinweise darauf, in welches Natur-Setting die Designer-Buden gepflanzt wurden –, steht das neue Modell „Raus x Wehrmuehle“ eben dort: In Wehrmühle an der Finow, gerade einmal 1,5 Kilometer von der Biesenthaler Innenstadt. Zum Launch der neuen Cabin kooperiert das Berliner Start-up nämlich mit den Betreibern der alten Wehrmühle, die seit 2006 unter dem Namen „Wehrmuehle“ als Kunst- und Kulturort genutzt wird.

Noel Richter
Damit sich wenig in den Panoramafenstern spiegelt: Designer Sigurd Larsen arbeitete vornehmlich mit schwarz.

Bekannt ist hier besonders die Ausstellungsreihe Art Biesenthal, die in diesem Jahr vom 9. Juli bis zum 28. August stattfindet – und dementsprechend für die Raus-Gäste nonchalant fußläufig zu erreichen ist. Denn die neue Cabin soll für ein halbes Jahr an der Wehrmühle stehenbleiben, bevor sie an einen anderen, wieder abgelegeneren Ort umgesetzt wird. „Wir freuen uns, mit der neuen Cabin in den kommenden Monaten Teil dieses Kulturortes zu sein“, sagt Raus-Mitgründer Johann Ahlers laut einer Vorabankündigung. Mit ihrer Lage am Rande des Kunstgartens und mit Blick auf ein nahes Waldstück liege sie „direkt an der Schnittstelle zwischen Kunst, Kultur und Natur“.

Noel Richter
Platz ist in der kleinsten Hütte: Im neuen Cabin-Modell können erstmals mehr als zwei Personen übernachten.

Schließlich ist das die Idee des Berliner Start-ups: Gut ausgestattete und schön gestaltete Tiny Houses mitten in der Natur aufstellen. Besucherinnen und Besucher bekommen vor ihrer Anreise lediglich die Koordinaten der gebuchten Cabin. Die aber, die Buchung, ist fast zum kleinen Glücksspiel geworden: Längst sind die Raus-Hütten notorisch und auf Monate ausgebucht, immer wieder kündigt das Unternehmen über den eigenen Instagram-Account aber auch spontane Buchungsmöglichkeiten an. Auch für das ganz neue Tiny House können Interessierte derzeit lediglich auf eine solche kurzfristige Option hoffen, bis auf Weiteres ist die Cabin ausgebucht.

Noel Richter
Das Außen als Teil des Inneren: Durch große Panorama- und Dachfenster wird die Natur zum Interior-Element.

Neben dem Standort wartet diese übrigens mit weiteren Neuheiten auf: War in den vier anderen Raus-Häuschen bisher nur ein Übernachten für zwei Personen möglich, gibt es im neuen Modell nun Platz für drei Erwachsene oder zwei Erwachsene plus zwei Kinder. Außerdem hebt sich das Tiny House auch optisch von den anderen Häuschen ab: Für die Gestaltung wurde dieses Mal der dänische Designer und Architekt Sigurd Larsen verpflichtet. „Mit nur wenigen Kubikmetern zu arbeiten, ist in gewisser Weise immer eine Herausforderung“, sagt dieser laut der Ankündigung. „Für mich war es gleichzeitig die Quelle der Inspiration, denn so ist auch ein klarer Rahmen gesteckt, in dem man sich kreativ entfalten kann.“

Noel Richter
Gemütlich und wahnsinnig beliebt: Die nunmehr fünf Hüttchen des Berliner Start-ups sind notorisch ausgebucht.

Um störende Spiegelungen in den Panoramafenstern von innen zu vermeiden zum Beispiel, hat Larsen eine vornehmlich schwarz gehaltene Ausstattung erarbeitet. So liegt der optische Fokus zugleich ganz auf der natürlichen Umgebung, auf Bäumen, Büschen, Blättern, die durch die großformatigen Fenster und Schiebetüren ohnehin optisch ein Teil des Innenraums werden. Eine hohe Deckenhöhe soll den Innenraum großzügiger wirken lassen, zwei auf den Sonnenverlauf abgestimmt positionierte Terrassen immer den perfekten Schatten- oder eben Sonnenplatz garantieren.

Ebenso Teil des neuen Cabin-Angebots: Ein Catering, das bei Bedarf mitbestellt werden kann. Dieses wurde in Zusammenarbeit mit Jessica-Joyce Sidon und Cäcilia Baldszus konzipiert, die früher das Berliner Restaurant Baldon führten. Das Food-Paket für zwei Personen kostet 39 Euro, für weitere 54 Euro lässt sich zusätzlich der passende Naturwein ordern. Die Cabin selbst kostet 190 Euro pro Nacht – erforderlich ist allerdings ein Mindestaufenthalt von zwei Nächten, ab drei Nächten gibt es einen Rabatt von 10 Prozent. Viel kürzer sollte der Aufenthalt wohl auch ohnehin nicht sein, damit sich wirkliche Entspannung einstellt.

Über die Webseite www.raus.life können diese und andere Tiny Houses des Anbieters Raus buchen. Regelmäßig gibt das Unternehmen über seinen Instagram-Account auch Auskunft über spontane Buchungsmöglichkeiten.