Umweltschutz ist längst dem Strickpulli-Klischee entwachsen: Statt über Bio-Äpfel die Nase zu rümpfen, gehören ökologisch produzierte Lebensmittel zur Standardausstattung jedes Supermarktes. Autos verbrauchen weniger Benzin und selbst in der Computerbranche ist die Nachhaltigkeit unter dem Stichwort „Green IT“ angekommen. Nur beim Reisen fällt die Ökobilanz schnell desaströs aus: Allein mit einem Fernflug ist der durchschnittliche Pro-Kopf-CO2-Jahresverbrauch schon verbucht.

Was also tun, wenn man deshalb nicht das ganze Jahr zu Hause verbringen möchte? Die Autoren des Buchs „Green Hotels“ (Christian Brandstätter Verlag), Petra Bercher und Robert Kropf, haben nicht nur ein paar Empfehlungen für den Alltag, sondern stellen auch 100 Hotels vor, die sich dem Umweltschutz verschrieben haben. Und zwar mit Haut und Haaren. Wer eines dieser Häuser als Urlaubsunterkunft wählt, kann sich sicher sein, dass sein dort ausgegebenes Geld ökologisch korrekt und sozial gerecht verwendet wird.

Es sind nämlich nicht nur die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach oder die Regenwasser-Wiederaufbereitung, die die „Green Hotels“ so besonders machen. In ärmeren Regionen kümmern sich ihre Besitzer auch um die lokale Bevölkerung. Menschen aus der Region arbeiten in den Hotels, verkaufen dort ihre Waren oder sind sogar am Umsatz der Unterkunft beteiligt.

Die Bandbreite der portraitierten Häuser ist vielfältig: „Brachiale Einfachheit mit Niveau“ herrscht laut Eigenbeschreibung in einer umgebauten Poststation in den Schweizer Bergen. Im „La Rösa“ wohnen Gäste in unbeheizten Zimmern ohne fließendes Wasser und genießen regionale Speisen vom Holzherd.

Die „Shompole Lodge in Kenia“ verfolgt gleich drei Ziele: Die Massai am Tourismus beteiligen, Armut bekämpfen und Artenschutz fördern. Das Hotel entstand in enger Zusammenarbeit mit den Massai und soll auch irgendwann vollständig in ihre Hände übergeben werden. Einnahmen werden sinnvoll investiert, zum Beispiel in Wasserleitungen oder den Wildtierschutz.

Und in Australien, im weltweit ältesten tropischen Regenwald mit der größten Artenvielfalt der Erde, steht ein Öko-Hotel, das sich ganz der Bewahrung dieses Reichtums widmet, gemeinsam mit den dort lebenden Aborigines. Sie werden durch die „Daintree Ecolodge“ Hotel finanziell unterstützt und führen im Gegenzug Öko-Touristen durch den Dschungel.

Zehn dieser ungewöhnlichen Unterkünfte stellen wir in der Bildergalerie vor.

Green Hotels, Petra Percher & Robert Kropf, Christian Brandstätter Verlag, 2011, 19,90 Euro