Frauenrechtlerinnen sind in großer Sorge, las ich kürzlich, weil sich durch die Corona-Pandemie die traditionellen Rollenmuster von Frau und Mann erneut verfestigen. So sind es vor allem die Frauen, die sich um den Heimunterricht der Kinder kümmern, während die Männer sich wie immer auf das Geldverdienen konzentrieren. Von einem „Rollback“ ist die Rede; ein Begriff, den ich zuletzt, glaube ich, im Staatsbürgerkunde-Unterricht gehört habe, als es um den Versuch der amerikanischen Monopolkapitalisten ging, die linke Sandinisten-Regierung in Nicaragua zu stürzen.

Daran musste ich denken, als ich gestern Abend meine Töchter stricken sah. Sie saßen nebeneinander auf dem Sofa, im milden Schein der Leselampe, mit weichen Gesichtern in die Arbeit vertieft, die Stricknadeln klapperten beruhigend. Die Szene erinnerte an ein Gemälde eines holländischen Meisters – die Welt von gestern, in Öl fixiert.

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