Der Mamil, vulgo Middle-Aged Man In Lycra, in voller Montur auf der Fahrrad(-überhol-)spur. 
Illustration: Kati Szilagi

Luxemburg/Berlin - Als ich den Begriff „Mamil“ zum ersten Mal im Guardian las, musste ich laut lachen. Typisch angelsächsische Selbstverspottung, dachte ich. Doch dann fühlte ich mich ertappt. Denn die Bezeichnung könnte auch auf mich passen. „Mamil“ steht für Middle-Aged Men In Lycra.

Dass dabei die eng anliegenden Outfits aus elastischer Kunstfaser, und nicht etwa die Räder selbst als ausschlaggebendes Attribut gelten, passt hervorragend. Fahrradfahren ist ja durchaus in den verschiedensten Bekleidungen und mit jeder Art von Zubehör gestattet. Doch die Mamil-Ausstattung ist unverkennbar: farbenschillernde, werbeüberladene Shorts mit Gesäßpolsterung. Jacken mit Rückentaschen. Halbhandschuhe mit eingebetteten Silikon-Gelkissen. Klickschuhe, die den auf zwei Füßen laufenden Radfahrer in einen tollpatschigen Pinguin verwandeln, dazu aerodynamische Lochhelme und modische Windschutzbrillen. All das kennt man hauptsächlich von der Tour de France oder vom Giro d’Italia, dort als die zünftige Tracht der jungen Profis, welche die äußerst hohen Werbeinvestitionen der Sponsoren rechtfertigt.

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