UckermarkIst es ein Wunder, dass die Schlüsselszene eines absoluten Lieblingsfilms von mir, Louis Malles „Les Amants“, in einem Garten stattfindet? Da die bevorstehende Weihnachtszeit aus bekannten Gründen vor allem zu Hause verbracht wird (und man ja nicht ewig am Lebkuchen knabbernd schmökern kann), gehören Heimkino-Abende diesmal noch mehr zum Jahreswechsel als sonst. Für mich natürlich auch mit Filmen, in denen Gärten jeder Art eine (blätter-)tragende Rolle spielen.

Pure Gartenfilme gibt es kaum, aber eben doch eine Menge, in denen der Garten zumindest ein zentraler Schauplatz ist. So erzählt der eingangs erwähnte Nouvelle-Vague-Klassiker „Die Liebenden“ von 1958 von einer sinnentleerten Ehe in der französischen Provinz. Die Protagonistin Jeanne (gespielt von der unnachahmlichen Jeanne Moreau) verbringt viel Zeit in Paris, um ihrem unaufmerksamen Ehemann zu entfliehen. Sie wohnt dort bei einer mondänen Freundin und wird von einem Verehrer umworben. Auf der Rückreise von Paris – Verehrer und Freundin wurden vom ahnenden Ehemann zum Essen eingeladen – trifft sie bei einer Autopanne auf einen jungen Mann, der sie nach Hause fährt und dort die Nacht verbringt. Beide können nicht schlafen. Gemeinsam wandern sie durch den Garten und erkennen, zu ekstatischer Kammermusik von Brahms, ihre Liebe zueinander. Alles mündet in eine ausführliche Liebesszene, in der erstmals ein weiblicher Orgasmus angedeutet wird, was dem Film in den USA prompt den Verdacht der Pornografie eintrug.

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