Jenny Capitain in ihrem minimalistisch-komfortablen Wohnzimmer im Berliner Westen. Ihr reichen Bücher und Kunst, ein Sofa und ein Bett, sagt sie. Etwas mehr ist es dann schon geworden beim Einrichten, etwa die weißen Hutschenreuther-Porzellanfohlen aus den 1920ern rechts hinten. „Die erinnern mich an meine Heimat in Selb in Franken."
Foto: Michael Mann Photography für Berliner Zeitung 

BerlinSie weiß noch genau, was sie damals in Paris trug: Ein zartes Strickkleid ihrer Freundin Claudia Skoda, hohe goldene Sandaletten und eine rote Windjacke aus den 1950ern. Die hatte sie in Kreuzberg in einem Secondhand-Laden entdeckt. Sie weiß aber nicht mehr, wo sie an jenem Tag im Jahr 1976 genau langging, als eine Frau in einem weißen Kittel auf sie zulief. Hinter ihr ein Mann mit dichten Haaren und dicker Brille. Den kenne ich irgendwoher, dachte sie.

Der Mann hatte etwas Außergewöhnliches, etwas Auffallendes. Es war Helmut Newton, der eine Assistentin gebeten hatte, dieser jungen Frau hinterherzurennen. Er stellte sich vor und sagte: Sie haben die schönsten Beine, die ich jemals gesehen habe. Das ist 44 Jahre her. Jenny Capitain und der Starfotograf mit dem Hang zu exzentrischen Frauenporträts haben sich erst anderthalb Jahre später wieder getroffen.

Polaroid aus den 1980ern: Jenny Capitain (links) mit Helmut Newton und der Yves-Saint-Laurent-Biografin Laurence Benaïm beim damaligen Szene-Chinesen Davé.
Foto: Davé Cheung

Sie sitzt in einem Café am Olivaer Platz. Es ist ein betont linear eingerichtetes, derzeit angesagtes Lokal mit harten Holzbänken, in dem man an der Theke Vollkornbrot oder Ingwertee bestellen kann. In der Filiale in Prenzlauer Berg stehen die Menschen Schlange, um dort etwas zu kaufen. Hier sind es weniger, jedenfalls heute am späten Nachmittag. Im „Zeit für Brot“ sitzt die 69-Jährige gerne. Sie mag das Laugencroissant und bestellt sich dazu einen Cappuccino. Wir sitzen am Fenster. Jenny Capitain hat eine beruhigende Stimme, braune halblange Haare. Sie trägt einen lässigen Pullover, eine schmal geschnittene Hose. Der wunderschön kontrastfarbige Etro-Schal um ihren Hals sieht nach Lieblingsteil aus.

Jenny Capitain weiß, was sie tragen kann. Es ist ihr Job. Es fing mit Helmut Newton an, dessen Muse und Model sie viele Jahre war. Und sie zog weiter, in die Städte der Mode – von Paris bis nach New York. Sie arbeitete bei Elle und Vogue in Paris, bei der US-Vogue unter Anna Wintour, kleidete Hollywoodstars und Supermodels von Cindy bis Naomi ein und spürte früh, wer von den Designern es ganz nach oben schaffen würde. Bei Gaultier beispielsweise, der 1976 seine erste eigene Kollektion herausbrachte, wusste sie es. Und auch bei Helmut Lang, bei dessen ersten Pariser Shows sie hinter der Bühne mithalf. In der internationalen Modeszene ist Jenny Capitain bekannt und bestens vernetzt. Sie aber lächelt es runter. „Ich sehe mich nicht als Modeikone.“

Sie ist keine exaltierte Person oder eine von denen, die sich aufführen, als wären sie ein VIP. Jenny Capitain wirkt sehr ausgeglichen. Kein Wunder, dass die Stars ihr vertrauen: Man fühlt sich in Sicherheit, als Mensch verstanden und gut aufgehoben in ihrer Gegenwart. Jenny Capitain ist vor einem halben Jahr nach Berlin gezogen, ihr erster Wohnsitz bleibt New York. Vor ihrem Umzug gönnte sie sich noch eine Detox-Kur. Sie achtet auf sich. Ihre Ernährung ist ausgewogen, sie schwimmt fast täglich ihre Bahnen. In Berlin wohnt sie nun in einer minimalistisch eingerichteten Altbauwohnung mit Blick auf historische Dächer und jetzt kahle Baumkronen. „Wenn ich den Wohnort wechsle, wird nicht alles mitgeschleppt“, sagt sie.  

Ihr reiche wenig. Ein Bett, ein Sofa, Regale mit Kunst- und Modebänden und natürlich die Fotografien. Drei hat sie, die Newton von ihr gemacht hat. Und was hat sie jetzt nach Berlin gezogen? „Ich mag die Stadt, ich habe hier als junge Frau viel erlebt. Berlin hat viele Seiten“, sagt sie. Nachdenklich rührt sie in ihrem Kaffee. Sie habe oft harte Schnitte in ihrem Leben machen müssen – schon allein der Karriere wegen. „Ich war sehr lange nicht mehr in Berlin. Ich bin damals nach Paris gegangen und nicht mehr zurückgekommen. Und danach, ab 1984, ging es ja nach New York.“

Die Chemie stimmte von Anfang an. Er wurde mein Mentor, er hatte eine ungeheure Präsenz. Er konnte unglaublich charmant, aber auch anstrengend sein. An manchen Tage rief er zigmal an.

Jenny Capitain über Helmut Newton

Wenn sie redet, klingt leicht der fränkische Akzent aus ihrer Heimat Selb im Fichtelgebirge durch. „Ja, der geht nicht weg“, sagt sie. Die Familie – ihre geliebten Schwestern, ihre Neffen und deren Kinder – sei der Hauptgrund, dass sie wieder in Deutschland leben wollte. Weihnachten erst verbrachte sie mit der Familie. Anders als sonst für sie, die gar nichts schenken oder geschenkt bekommen mag, weil sie das doof findet. Man habe doch eh alles. „Geschenke sind schwierig“, sagt sie. Wie hat sie es diesmal gelöst? „Ich habe mich für Bücher entschieden. Hat gepasst.“

Und das Fest insgesamt, wie war es? „Für mich ganz ungewohnt, es ist anstrengend mit kleinen Kindern“, sagt sie und lächelt. Als Jenny Capitain 1969 erstmals nach West-Berlin kam, in dieses geteilte Berlin mit dem Gefühl, man lebe auf einer Insel, wollte sie der kleinen Idylle Bayerns entfliehen. In West-Berlin spürte sie noch den Krieg, die Geschichte der Stadt. Der Potsdamer Platz war ein Niemandsland zwischen Ost und West, auf ihm wehte im Winter oft ein eisiger Wind. Daran erinnert sie sich besonders. „Ich wollte studieren, etwas mit angewandter Kunst und Fotografie. Habe ich dann auch gemacht, an der Hochschule der Künste.“

Ein Bekannter schleppt sie Mitte der 1970er-Jahre in eine Fabriketage an der Zossener Straße. Dort wohnt die Avantgarde. Capitain zieht in die WG, wo alle dem Spießermief die Stirn bieten, jeder auf seine oder ihre Art. Es geht um Befreiung und darum, unabhängig zu sein. Unkonventionell zu leben. Leben und arbeiten sollen bei ihnen kein Gegensatz sein. Eine Allianz aus Mode und Kunst stellte sich dabei wie von selbst ein. Ganz ungekünstelt, wild und unberechenbar. Der „kapitalistische Markt“ interessiert die jungen Bewohner der "Fabrikneu", so nannte sich die Loftetage, gar nicht.

Mondän mit Dreadlocks: Jenny Capitain Ende der 1970er in einem metallisch glitzernden Lurexpullover ihrer Freundin, der Berliner Strickkünstlerin Claudia Skoda. (Deren jüngste Kollektion hat sie kürzlich wieder gestylt, für eine Atelierpräsentation in der Rosa-Luxemburg-Straße.)
Foto: Privat

Berlin-Kreuzberg ist in jener Zeit grau und abgeranzt, überall bröckelt der Putz von den Hauswänden. Die Fabriketage, in der sie wohnen, kostet ein paar Mark im Monat, aber dafür funktioniert am Wochenende die Heizung nicht. Eine ihrer Mitbewohnerin ist die Modedesignerin Claudia Skoda. Die kauft sich damals kurzerhand eine Strickmaschine, um Berlin und die Welt mit avantgardistischen Kleidern aus edlen, hauchdünnen Garnen zu bereichern. Sie wird eine der einflussreichsten und bekanntesten Strickdesignerinnen der Welt. Oder der Künstler Martin Kippenberger, der zeitweise in der „Fabrikneu“ wohnt. Ebenso wie Klaus Krüger, der Schlagzeuger bei Tangerine Dream und später bei Iggy Pop war. In der WG schlafen auch der Bildhauer Jürgen Skoda, der Mann von Claudia Skoda, sowie Reinhard Bock, der unentwegt seine Super-8-Filme dreht.

Wie sah ein Tag in der WG aus? „Wir waren immer unterwegs, sind nachts um 24 Uhr ausgegangen, haben in Clubs und Bars gefeiert. Im Sommer sind wir danach morgens in Halensee schwimmen gegangen“, erinnert sie sich.

Und tagsüber? „Erst einmal wurde ausgeschlafen. Aber natürlich haben wir uns immer viel einfallen lassen.“ Sie lacht. Als die Rolling Stones nach Berlin kommen, ist sie mit ihren Freunden dabei. Das Konzert beginnt verspätet, weil es Radau gegeben hat.

Das Skoda-Loft steht jedem offen. Viele kommen, einige bleiben, machen gemeinsame Projekte. „Es ging sehr locker und familiär zu“, sagt sie. Mit den „Jungen Wilden“ am Moritzplatz und den Gründern des SO 36 sind sie befreundet.  

Iggy Pop und David Bowie sind Gäste – vor allem wenn Claudia Skoda ihre Modenschauen inszeniert. Bowie, der damals ein paar Jahre lang in Berlin lebt, trägt Skodas Sachen. Abends zieht man um die Häuser. Meistens geht es in den Dschungel, die Lieblingsdisco der Szene.  

1977 findet eine legendäre Modenschau in der Fabriketage statt. Der Laufsteg ist im Jahr zuvor von  Kippenberger gestaltet worden – mit 1 300 Fotos von Claudia und Jenny, ihren Freunden und sich selbst. Einen „fotografierten und geklebten und versiegelten Fußboden aus einer Woche Leben mit der Familie Skoda und Bekanntenkreis“, schrieb er später. Ob er wusste, dass er damals etwas für die Nachwelt schuf, die das Patchwork-Werk erst nach seinem Tod entdecken sollte?  

„Wir haben immer Polaroids gemacht“, erinnert sich Jenny Capitain an jene Tage mit Kippenberger und Co. Und an die Schauen. Betrachtet man Fotos, trägt Capitain bei einer unter anderem ein schillerndes blau, gelb-orange und lila gestreiftes Glitzerkleid aus hauchdünnem Garn und reckt beide Arme in die Luft. Ihre Models sollten nicht bloß hin- und herlaufen und dabei verbindlich lächeln, erzählt Claudia Skoda später. Reinhard Bock filmte die Spektakel. Später wird man resümieren: Das war die Berliner Version von Andy Warhols Factory in New York.

Und wie ging es mit Helmut Newton weiter? Jenny Capitain: „Wir sind 1977 gemeinsam  aus Paris für eine Woche nach Berlin geflogen, um zu arbeiten. Er war ja hier geboren, musste 1938 vor den Nationalsozialisten fliehen. Ich habe ihm alle meine Berliner Freunde vorgestellt. Es hat ihn alles fasziniert.“

Warhols Factory auf Berlinerisch: Tabea Blumenschein (vorn) mit Claudia Skoda (links) und Jenny Capitain. Fotografiert hat die Filmkünstlerin Ulrike Ottinger, die bei der diesjährigen Berlinale mit der Berlinale Kamera geehrt wird.
Ulrike Ottinger

Warum mochten Sie einander so? Jenny Capitain: „Die Chemie stimmte von Anfang an. Er wurde mein Mentor, er hatte eine ungeheure Präsenz. Er konnte unglaublich charmant, aber auch anstrengend sein. An manchen Tage rief er zigmal an.“

In dieser Zeit zeigt sie Newton die Pension Florian, einst der legendäre „Salon Kitty“, ein Freudenhaus. Ein Etablissement, wo kitschige Kristalllüster von den Decken hängen, Damast-Steppdecken auf den Betten liegen und goldgerahmte Ölschinken mutmaßlich göttliche Szenen in den Wolken zeigen. Jenny Capitain steht in solch einem Zimmer. Nackt mit einem Gips am Bein und einer Gipshalskrause. Sie hält sich an ihrem Stock fest, schaut mit ihren dunkel geschminkten Lippen stolz in den Raum. Es ist eine der bekanntesten Fotografien von Helmut Newton. Warum zeigte er Sie mit Gips?  War das inszeniert?   „Das war kein Fake, ich hatte mir beim Tanzen das Kniegelenk ausgekugelt.“ Haben Sie ihm das damals am Telefon nicht gesagt?   „Doch, und er antwortete: Prima, das passt in meine Serie.“ (Zwei weitere Frauen lichtete er dafür in Paris in Stützkorsetts ab, Anm. d. Redaktion.)

War es schwer, mit Newton zu arbeiten? „Er war sehr präzise. Mich faszinierte immer sein Fokus, seine Konzentration bis ins Detail. In seinen Fotos geht es um Energie, um eine bestimmte Körperspannung. Das reichte bis hin zur Haltung der Finger und Füße.“

Es gibt eine Aufnahme von Newtons Frau June, die vor dem Bild von Jenny Capitain in der Pension Florian  steht. June Newton wird dazu mit einem Satz zitiert, den sie oft über ihren Mann sagt: „Helmut Newton liebte die Frauen. Er hatte das Gefühl, sie beschützten ihn.“

Capitains Wohnsitz war inzwischen Paris. „Alle sagten immer, ich sollte als Model arbeiten.“ Damals hieß das: Geh nach Paris, in die Metropole der Mode. Die Stadt von Coco Chanel, Christian Dior und Yves Saint Laurent. Es ist die rebellische Jugendzeit der  Prêt-à-porter, von Kenzo, Thierry Mugler und Gaultier. Dort läuft sie als Model über den Laufsteg. „Alles war aufregend. Man wollte jede Modenschau sehen, selbst ohne Einladung.“ Abends ging es weiter. „Man rauchte, man trank und amüsierte sich. Alles war ein Happening.“ Es gab aber auch Situationen, in denen sie gar nicht mehr wollte: „Bei einer Schau von Gaultier gab es ein gefährliches Gedränge vor der Tür. Da hat es mir gereicht und ich bin heimgegangen.“

So sieht heute 69 aus: Jenny Capitain at home in Berlin. Die langgliedrige Lady hinter ihr ist sie selbst, 1984 im Palazzo Fortuny in Venedig. Handschriftliche Widmung: „For my Jenny, with love from Helmut." Newton, versteht sich.
Foto: Michael Mann Photography für Berliner Zeitung

In Paris fängt Capitain auch an, als freiberufliche Modejournalistin zu arbeiten – für die Elle und die deutsche Vogue. 1984 zieht es sie ins Sportswear-Mekka New York. Erst arbeitet sie dort ein paar Jahre lang als Stylistin für die amerikanische Elle, später ist sie im Mode-Olymp bei der US-Vogue angekommen. Dort, wo seit 1988 Anna Wintour Chefredakteurin ist. Wie war es unter ihr zu arbeiten?

„Ich bewundere Anna. Sie sagte bei ihrer Einstellungsrede ,You are only as good as the people you work with.‘  Sie ist eine Frau, die weiß was sie will und sagt, was sie denkt. Best of the best.“  

Und wie hat sie selbst all die Jahre in dieser Haifisch-Branche überlebt? „Naja, man braucht viel Selbstvertrauen, Disziplin und Durchhaltevermögen. Und eine anständige Portion Talent schadet auch nicht.“

Einmal sollte sie morgens um sieben Uhr eine Kollektion geliefert bekommen. Die Kleider für das Fotoshoot kamen nicht an, die Bestellung des Fahrers war von einer Kollegin „vergessen“ worden, wohl nicht ganz zufällig. „Ab da habe ich meine Fahrdienst-Aufträge selber vergeben.“

Inzwischen ist es fast 19 Uhr. Wir sitzen seit fast zweieinhalb Stunden in dem Café. Es ist eine richtige Reise geworden – mit vielen Haltestellen dies- und jenseits des Atlantik.

Das Gute ist: Inzwischen  ist die Modewelt more accessible geworden, offen für jeden. Mode wird nicht mehr als etwas komisch Exotisches gesehen, sondern als ein selbstverständlicher Teil unserer Individualität. Sich modisch zu kleiden ist heute bezahlbar. In jeder Preisklasse gibt es tolle Sachen.

Jenny Capitain

Was war Ihr liebstes Projekt? „Da gibt es zum Glück viele. Ganz früh war da eine Modestory inspiriert von Marlene Dietrich für die deutsche Vogue – mit Peter Lindbergh als Fotograf. Dann ein Werbefilm für Chanel mit Helmut Newton und Ridley Scott in Cap d’Antibes. Genau im Gedächtnis geblieben ist mir auch Michelle Pfeiffer, in Mode inspiriert von alten Filmen, mit dem viel zu früh gestorbenen Fotografen Herb Ritts, für Vogue USA.“ Damals, es war 1991, noch unüblich. Die Filmstars wollten noch nicht mit Mode in Verbindung gebracht werden. Fashion galt als schnöder Kommerz. Erst als Giorgio Armani die männliche Hollywood-Garde einkleidete, kamen die Stars auf den Geschmack und ließen sich in neuester Mode für die Covers ablichten. Und welche Highlights gab es noch? „Ein Covershoot mit Julianne Moore von Peter Lindbergh für das amerikanische Harper’s Bazaar. Die Serie hieß ,Portrait of a Lady’, inspiriert unter anderem von Gustav Klimt, Egon Schiele und Richard Prince. Nicht zu vergessen ein wochenlanges Shoot mit Oprah Winfrey auf ihrem Anwesen in Maui, für ihr Magazin ,O’ und ihr Kochbuch. Fotografiert hat das Ruven Afanador.“

Capitain stylt Oprah  heute noch, fliegt dafür immer wieder nach New York. „Ich arbeite bei ihr viel mit Kaschmir und fließenden Stoffen.“

Und wie ist es hierzulande um Mode bestellt? „Es ist ein Jil-Sander-Land und sehr sportlich.“ Sie fügt hinzu: „Das Gute ist: Inzwischen ist die Modewelt more accessible geworden, offen für jeden. Mode wird nicht mehr als etwas komisch Exotisches gesehen, sondern als Teil unserer Individualität, in eigentlich allen Kulturbereichen. Sich modisch zu kleiden ist heute bezahlbar. In jeder Preisklasse gibt es tolle Sachen.“  Sie selbst kaufe in jeder Saison zwei oder drei Teile von Designern, „die ich unbedingt haben muss. Der Rest kommt aus meinem Kleiderschrank und mal was von COS dazu. Und eigentlich bin ich auch auf der Suche nach neuen Modetalenten, gerade hier in Berlin“.

Die kultigste Aufnahme ihrer Modelkarriere: Helmut Newtons „Jenny Capitain, Pension Florian, Berlin 1977“ © Helmut Newton Estate.
Foto: Helmut Newton Estate/Courtesy Helmut Newton Stiftung

Die Helmut Newton Stiftung in Berlin plant, das Werk im Rahmen der großen Retrospektive „Helmut Newton. Legacy“ anlässlich des 100. Geburtstages des Fotografen (eröffnet genau an dem Tag, am 31. Oktober 2020) auszustellen. Außerdem wird das Bild Mitte Juli in der Fotoinstitution „Foto Nostrum“ in Barcelona gezeigt werden. Mehr Info: Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, 10623 Berlin, www.helmut-newton-foundation.org, Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa, So 11 – 19 Uhr, Do bis 20 Uhr, Eintritt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro.