Auf der Stadt herumtreten: Berliner Senat und Veja bringen einen Sneaker heraus

Deutsch-Französische Freundschaft: Die Marke Veja und Berlin haben einen Sneaker kreiert. Was hinter dem urbanen Schuhwerk steckt.

Veja x Berlin: Der Berlin-Sneaker ist für die erste Kooperation der Marke mit einer Metropole.
Veja x Berlin: Der Berlin-Sneaker ist für die erste Kooperation der Marke mit einer Metropole.Veja

Wer in den vergangenen Jahren durch die Fußgängerzonen dieser Welt geschlendert ist, dem sind sicherlich mindestens ein Mal die trendigen Veja-Schuhe ins Auge gefallen: Markenzeichen ist das untenrum abgeschnittene V-Emblem an der Seite des Sneakers, das es in jeglicher Farbe gibt. Ob Rot, ob Blau, ob Grau oder Schwarz - der Leder-Sneaker hat sich zum echten It-Piece etabliert.

Die ehemaligen Investmentbanker Sébastien Kopp und François-Ghislain Morillion wollten Sportschuhe entwerfen, die möglichst nachhaltig hergestellt werden. 2004 gründeten sie ihre Marke. Was mit nur 10.000 Euro Startkapital anfing, ist heute ein großer finanzieller Erfolg: Seit seiner Gründung hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 3,5 Millionen Paar Schuhe verkauft. Auch Stars wie Emma Watson, Reese Witherspoon oder Herzogin Meghan tragen die Treter aus Frankreich.

Nun ziert der Berliner Bär das neue Modell der Marke:  Andere Labels wie Adidas und Co. machten spezielle Berlin-Schuhe vor, nun hat Veja selbst in Zusammenarbeit mit dem Berliner Senat ein Modell entworfen: Die Senatskanzlei gibt 105.000 Euro für die als Werbeaktion gedachte Kooperation aus; wer den Berlin-Sneaker trägt, wird automatisch zum botschafter der Stadt, so die etwas krude Marketing-Idee. Für Veja wiederum soll der Sneaker dem Ort Tribut zollen, an dem der Grundbaustein für den heutigen Erfolg der Marke gelegt wurde: Berlin war einer der ersten Städte, an denen das Projekt vor 17 Jahren startete.

Sébastien Kopp erzählt, dass einige zunächst davon abgeraten hatten, einen Store in Berlin zu eröffnen. „Viele sagten, geht nicht nach Berlin, es ist schwierig dort“, so Kopp. Der Geschäftsführer aber erklärt, dass er mit seinem Label schon immer dort Stores eröffnet habe, wo sich die Marke und ihre Macher am wohlsten fühlen. Und zu diesen Orten gehört eben die deutsche Hauptstadt.

Berlin ist ein Gleichgewicht zwischen Coolness und dem Gewicht der Geschichte, zwischen Modernität und der künstlerischen Underground-Szene.

Sébastien Kopp

Der Berlin-Schuh ist ein sogenannter „Minotaurus“, das neuste Steigmodell der Marke. Das gleichermaßen moderne wir nostalgische Design soll an den Geist der Hauptstadt anknüpfen: „Berlin ist ein Gleichgewicht zwischen Coolness und dem Gewicht der Geschichte, zwischen Modernität und der künstlerischen Underground-Szene. Jedes Mal, wenn wir hierher kommen, fühlen wir uns wie zu Hause“, sagt Sébastien Kopp.

Das chromfreie Rindsleder des Berliner Schuhs kommt aus dem Süden Brasiliens. Das Obermaterial des Sneakers soll sich dadurch auszeichnen, dass der Gerbungsprozess, durch den das Leder langfristig konservierbar gemacht wird, ohne Chrom, Schwermetalle oder giftige Säuren erfolgt. Hierdurch soll sich ein Nachhaltigkeits-Aspekt, den das Label stets hervorhebt, noch einmal auszeichnen.  

Das Design des Schuhs ist so zeitlos wie alle Modelle der Marke: Der weiße High-Top-Sneaker trägt als klassisches Markenlogo ein beigefarbenes V an der Außenseite des Schuhs. In roten Versalien prangt „Berlin“ als Wort auf der äußeren, rechten Seite des Schuhs. Als eine Art Wahrzeichen der Hauptstadt gilt der Berliner Bär, der sich nun auf der Schuh-Zunge sowie auf der Einlegesohle wiederfindet.

Der Berlin-Sneaker von Veja kostet 160 Euro und ist über die Webseite der Marke sowie im eigenen Veja-Store auf der Alten Schönhauser Straße 42, bei Overkill und im KaDeWe erhältlich.