Zur echten Wiener Gulaschsuppe gehören unbedingt Kartoffeln, als Beilage und vor allem in der Suppe selbst.
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Wien/BerlinWer eine große Familie oder erzählfreudige Freunde hat, ist sicher glücklich, wenn sich das Essen für die Silvesterparty schon im voraus zubereiten läßt und abends nur mehr serviert werden muss. „Das Kochen der Original Wiener Gulaschsuppe dauert gute zweieinhalb Stunden, aber davon köchelt die Suppe zwei Stunden allein auf dem Herd“, erklärt Johanna Nussbaumer, die als langjährige Restaurantchefin sehr genau weiß, wie man größere Gästegruppen kulinarisch glücklich macht.

Zum Jahreswechsel besinnt sie sich immer wieder gern auf dieses Rezept. Auch aus patriotischen Gründen: In Wiener Silvesternächten schlägt nämlich nicht nur die ehrwürdige „Pummerin“-Glocke des Stephansdoms, sondern auch die Stunde der Gulaschsuppe. Dampfend heiß serviert, belebt sie Leib wie Geist vor oder nach dem Anstoßen auf das junge Jahr. Hier das Rezept von Frau Nussbaumer.

Original Wiener Gulaschsuppe für 10 Personen

Zutaten

  • 2 kg Rinderschmorbraten
  • 500g Zwiebeln
  • 2 Paprikaschoten (grün und rot, putzen und würfeln)
  • 200 g Tomatenstücke
  • 4 EL Tomatenmark
  • 1-2 Knoblauchzehen gehackt
  • 4 große Kartoffeln (in Würfeln)
  • 2 l Wasser
  • 1 EL Rosenpaprika (scharf)
  • 2 EL Paprika (edelsüß)
  • 1 TL Kümmel
  • 1 TL zerriebener Majoran
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 1 Glas Rotwein (für die Suppe)
  • 1 Glas Rotwein (für den Koch/die Köchin)
  • 4 EL Bratenöl (Rapsöl)

Zubereitung

In einer Pfanne Zwiebeln mit etwas Öl anschwitzen, dann das in Würfel geschnittene Fleisch portionsweise scharf anbraten und in einen großen Topf geben. Es folgt das „Tomatisieren und Paprizieren“, wie die Nussbaumerin es nennt: Tomatenstücke und Paprika ebenfalls kurz anbraten, das Tomatenmark unterrühren und alles zum Fleisch in den Topf geben. Den Bratensatz nach und nach mit dem Wasser ablöschen, mit den Gewürzen unter das Fleisch mischen. Alles ein bis zwei Stunden köcheln lassen. An das Glas Rotwein für Koch oder Köchin denken!

Die zu Würfeln geschnittenen Kartoffeln zugeben und weitere 90 Minuten bei milder Hitze köcheln lassen. Suppe eventuell mit etwas Rotwein und Gewürzen nochmals abschmecken. Mit Mehl bestäuben sowie mit Kümmel und Majoran würzen. Alles gut durchrühren und Topf vom Feuer nehmen. Die Suppe sollte schön sämig sein. Nussbaumerin-Tipp: Falls Ihnen die Konsistenz zu flüssig erscheint, 1 - 2 Kartoffeln auf der Kartoffelreibe reiben und 30 Minuten vor Garende in die Suppe geben.

Vor dem Servieren mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken. Dazu passen Stangenbrot, Knoblauchbrot warm aus dem Ofen oder, besonders stimmig, knackige Semmeln.

Nussbaumerin-Tipp: Wenn nicht alles aufgegessen wird, kann man diese Suppe sehr gut einfrieren. Kenner wissen, dass sie am nächsten Tag sogar noch besser schmeckt.

Johanna Nussbaumer

Seit zwanzig Jahren wohnt und wirkt die gebürtige Salzburgerin in Berlin, aber im Herzen wie in der Küche ist sie ganz Österreicherin geblieben. Die 50-Jährige führt in Charlottenburg das Restaurant "Nussbaumerin" und in Steglitz den "Heurigen". Mehr Info unter: www.nussbaumerin.de