Wozu bis Weihnachten warten, wenn man schon jetzt mit Face-Lametta glänzen kann? Passt ideal zum schneeköniglichen Bibo-Mantel. Plus: Silber ist antibakteriell, da werden auch Viren wenig Freude haben damit.
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New YorkSie war die große Gewinnerin des Abends: Lady Gaga räumte fünf Auszeichnungen bei den MTV Video Music Awards ab und krönte ihren Siegeszug mit einem Duett mit Ariane Grande. Der eigentliche Star an Gagas Seite, beziehungsweise in ihrem Gesicht, war jedoch die Atemschutzmaske, die die Sängerin den Abend hindurch trug. In allen erdenklichen Variationen, selbstverständlich immer auf das jeweilige Kostüm abgestimmt.

Die 34-Jährige machte den schnöden Gebrauchsgegenstand, den man bis vor einem halben Jahr nur aus dem OP-Saal oder vom Anblick cyberverknallter japanischer Teenager kannte, zum It-Piece, indem sie dieses doch eher lästige Ding entschlossen glamourisierte. Nudging nennt man das im Englischen: Der Trick, Menschen sanft in eine Richtung zu bugsieren, ganz ohne Belehrungs-Beschwerung.

Die Botschaft war klar: Trag eine Maske! Und trag sie mit Spaß! Lady Gaga hat das Nudging perfektioniert und nebenbei den Designern von Abendmode gezeigt, wo die Latte liegt in Sachen After-hours-Chic. Hier unsere 4 Lieblingsmasken:

 1. Engel aus Eisen – pardon: aus Stahllatex

Silbern durch und durch: das schönste Outfit, die schönste Maske. 
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Die schönste Kreation des Abends: Wie eine futuristischer Ritterin – eine moderne Jeanne d’Arc - präsentierte Gaga ihren Dress aus metallisch blitzenden Volants. Dazu eine hologramm-silbrige Maske, die das engelshafte Bild in Richtung Sternenkriegerin verschob. Star Wars meets Elfenkönigin. Die silberne Maske kam später ein zweites Mal zum Einsatz, gepaart mit einem schimmernden Catsuit und einem schneeweißen Federmantel, so opulent, dass Liberace sich nach ihm verzehrt hätte.

2.     Die Kolibri-Wunderfliege

Blüte oder Björk? Gaga in einem Iris-van-Herpen-Dress mit pinkfarbenem Maskenhelm. Brachte ihr Beyoncé-Augenmakeup voll zur Geltung.
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In einem filigranen Kleid der Designerin Iris van Herpen betrat Gaga als exotische Blume beziehungsweise flirrender Kolibri die Bühne. Dazu auch hier eine Maske, eine Mischung aus Helm und pinkfarbenem Insektenrüssel, der den Auftritt zwischen wunderschön und alptraumartig changieren ließ. Wie eine späte Verneigung vor dem verstorbenen Großmeister des Morbiden in der Mode – Alexander McQueen. Nicht ganz so schön wie Maskenoutfit Nummer eins, aber ungleich bizarrer.

3.  Der Disney-Hummer

Die Hummer-Maske: Don't mess with Gaga!
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Das Kleid fluoreszierend grün und in seiner taftig-tantigen Prinzesschenhaftigkeit eher unspektakulär, verschob beim dritten Auftritt das Augenmerk ganz in Richtung  Maske: eine Art rostbrauner Mad-Max-Gesichtsschutz, aus dem angriffslustig zwei Hummerscheren ragten. Die erinnerten an diverse filmische Horrormomente (vorneweg der Oktopus-Captain Davy Jones aus „Fluch der Karibik“) und bildeten so einen tollen Kontrast zur grünen Disney-Robe. Klare Botschaft von Gaga: Leg dich nicht mit mir an, mein Mundschutz rettet Leben!

4.     Die Techno-Tante

Es kann nur Eine geben! Zumindest auf Instagram. Lady Gaga und Ariana Grande (links) im Duett „Rain On Me“.
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Das Outfit samt Maske schien nicht einmal der Trägerin sehr zu gefallen, jedenfalls schaffte es die seltsame Maske – ein Mix aus akustischem Cockpit und Brandenburger Cybergoth – nicht in Lady Gagas Instagramfeed. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sie die Maske zum Duett mit Ariana Grande trug, und so sehr ist man dann wohl doch nicht „seelenverwandt“, wie Gaga behauptete, als dass man sich gleich noch gegenseitig eine Bühne fernab der Awards bieten würde. Bei Instagram ist sich eben auch eine Gaga selbst die Nächste. Und ihren 43,3 Millionen „little monsters“, die ihr artig folgen.