Kontrastreich: Luxuswesen Karl Lagerfeld 2002 im hyperrealen Berlin. 
Foto: Daniel Biskup

Berlin-MitteDas Hotel de Rome ist gerade ein Wallfahrtsort für Lagerfeld-Fans: In ihrer Grand Lobby zeigt die Luxusherberge Aufnahmen des Fotografen Daniel Biskup, der den Modeschöpfer 2002 bei einer nächtlichen Tour durch Berlin begleiten durfte.

Lagerfeld im silberglänzenden Anzug (wir tippen auf Hommage an David Bowie), mal an eine schmutzige Telefonsäule gelehnt, mal in der feurig gekachelten U-Bahnstation Rosenthaler Platz – den Besucher der Ausstellung erwarten 20 ikonische Porträts des 2019 verstorbenen Designers. In ihrer polaroidhaften Unmittelbarkeit zeichnen die Aufnahmen ein flirrendes, raues Bild von Berlin und stehen dadurch in Kontrast zum gediegenen Prunk des 5-Sterne-Hauses am Bebelplatz. Es war genau das, was „Kaiser Karl“ an Berlin liebte: die Einheit aus widersprüchlichsten Elementen.

Einheit aus widersprüchlichsten Elementen

Umso mehr schätzte der rastlose Modeschöpfer jene Inseln des Komforts im urbanen Chaos, wie es Luxushotels sind. Der Berliner Ableger von Rocco Fortes Hotelimperium war eines von Lagerfelds deutschen Lieblingshotels. „Ich mag den Stil des Hotel de Rome – er erinnert mich an ein Deutschland der Bankiers“, sagte er einmal über das Gründerzeit-Palais, das 1889 tatsächlich als Zentrale der Dresdner Bank erbaut worden ist und in dessen Spa noch Elemente der historischen Saferäume des Bankkellers zu bestaunen sind. 

Der Berliner Fotograf Daniel Biskup, der in Bonn aufwuchs, ist mit Wendefotos und Porträts von Helmut Kohl und Angela Merkel bekannt geworden. Eigentlich wollte er Briefträger werden. Gut, dass er sich anders entschieden hat.

Die Ausstellung läuft bis zum 20. Mai. Der Eintritt ist frei.