Mein Lieblingssatz dieser Vorweihnachtszeit stammt von Armin Laschet, dem Ministerpräsidenten aus Nordrhein-Westfalen. Er sagte: „Es wird wohl das härteste Weihnachten, das die Nachkriegsgenerationen je erlebt haben.“ Wobei ich denke, wenn Armin Laschet zufällig vor siebzehn Jahren unser Weihnachtsgast gewesen wäre, dann hätte er diesen Satz nicht gesagt. Das Weihnachtsfest 2003 (in unserer Familie auch „das Horror-Fest“ genannt) dürfte härtemäßig kaum zu überbieten sein.

Mehrere Faktoren spielten hierbei eine Rolle. Erstens: Die Kinder waren noch sehr klein und heulten die ganze Zeit. Ob vor Glück oder Überforderung oder aus Protest gegen den kapitalistischen Massenkonsum, das ließ sich letztlich nicht ergründen. Zweitens: Als ich nach viereinhalb Stunden Garzeit die Gans aus dem Backofen holte, bemerkte ich, dass der Ofen gar nicht eingeschaltet gewesen war. Drittens: Meine Schwiegereltern waren zu Besuch. Viertens: Die Heizung war kaputt. Glücklicherweise gab es ein Mittel, das gegen alle diese Widrigkeiten half: Alkohol. Möglichst viel. Möglichst schnell. Damit, das gehört zu meiner Lebenserfahrung, gelingt eigentlich jedes Fest.

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